Komparativ

Der Komparativ ist die erste Steigerungsform von Adjektiven und dient dazu, zwei Personen, Lebewesen oder Gegenstände mit derselben Eigenschaft zu vergleichen. In diesem Artikel lernst du, wie du den Komparativ von Adjektiven bildest und richtig benutzt. 

Was ist der Komparativ

Der Komparativ ist die erste Steigerungsform von Adjektiven. Adjektive sind Wörter, die eine Person oder einen Gegenstand näher beschreiben oder bewerten. Zusätzlich können Adjektive noch zwei Nomen (Personen, Lebewesen oder Gegenstände) mit derselben Eigenschaft miteinander vergleichen. Dieser Vorgang wird Komparation genannt. 

Beispiel
➡️ Raol singt schöner als Ella.
In diesem Beispiel wird der Gesang von Raol und Ella verglichen. Die komparierte Form des Adjektivs (schön) zeigt dabei an, dass Raol besser singt

Mithilfe des Komparativs kannst du also zwei Nomen mit denselben Eigenschaften miteinander vergleichen und bewerten. 

Generell haben Adjektive drei Formen: 

  1. Grundform/Positiv (gefährlich)
  2. Komparativ (gefährlicher)
  3. Superlativ (am gefährlichsten)

Die Grundform beschreibt ein Nomen, während der Komparativ zwei Nomen miteinander vergleicht. Der Superlativ wiederum drückt aus, dass eine bestimmte Eigenschaft bei einem Nomen stärker vorhanden ist als bei allen anderen.

Beispiele
➡️ Grundform: Meine Katze schnurrt laut.
➡️ Komparativ: Meine Katze schnurrt lauter als eine andere Katze.
➡️ Superlativ: Meine Katze schnurrt am lautesten, von allen Katzen auf der Welt.

Komparativ – Bildung

Den Komparativ von den meisten Adjektiven kannst du formen, indem du -er an die Grundform des Adjektivs hängst. 

Bildung: Adjektiv + er

Jedoch musst du darauf achten, ob das Adjektiv vor oder hinter dem Nomen steht, das es näher beschreibt. Steht das Adjektiv vor dem Nomen, wird es auch attributives Adjektiv genannt. Steht das Adjektiv hinter dem Nomen, so handelt es sich um ein prädikatives Adjektiv.

1. Attributive Adjektive

Wenn das Adjektiv vor dem Nomen steht, muss es dieselben grammatischen Informationen tragen wie das Nomen. Das sind Informationen über das grammatische Geschlecht, die Anzahl des Nomens, sowie den Kasus

Diese Anpassung an die grammatischen Informationen wird Deklination genannt. Du deklinierst ein kompariertes Adjektiv, indem du die jeweilige Deklinationsendung hinter die Komparativ-Endung hängst.

Bildung: Adjektiv + er + Deklinationsendung

Beispiel
➡️ Beim Bäcker gibt es bessere Brötchen als beim Supermarkt.
In diesem Beispiel steht der Komparativ (besser) vor dem Nomen (Brötchen). Deswegen muss das Adjektiv zusätzlich noch dekliniert werden. In diesem Fall trägt der Komparativ die Informationen feminin, Mehrzahl und Akkusativ. 

💡 Tipp
Falls du dir unsicher bist, wie genau du Adjektive im Deutschen richtig deklinierst, dann schau dir gerne unseren Artikel zum Thema Adjektivdeklination an.

2. Prädikative Adjektive

Wenn das Adjektiv, welches du komparieren willst, jedoch hinter dem Nomen steht, so kannst du die Endung -er an das Adjektiv hängen und musst dieses nicht deklinieren. 

Bildung: Adjektiv + er

Beispiel
➡️ Die Brötchen beim Bäcker sind leckerer als die beim Supermarkt.
Hier steht das Adjektiv (leckerer) hinter dem Nomen (Brötchen), das es näher beschreibt. Deswegen muss das Adjektiv nicht zusätzlich dekliniert werden.

Die Nomen, die du miteinander vergleichst, werden häufig durch ein als verbunden. Dieses steht normalerweise hinter dem ersten Nomen.

Beispiel
➡️ Deine Wohnung ist aufgeräumter als meine Wohnung.

🎓 Merke
In manchen Regionen von Deutschland wird statt dem als ein wie verwendet. Dies ist jedoch die Ausnahme.

Beispiele
➡️ Ich bin größer als meine Oma.
➡️ Ich bin größer wie meine Oma.

Ausnahmen bei der Bildung des Komparativs

Die meisten Adjektive kannst du so steigern, wie du es gerade gelernt hast. Es gibt jedoch einige wichtige Ausnahmen, die du kennen solltest. 

1. Einsilbige Adjektive mit a, o, u
Häufig haben einsilbige Adjektive ein a, o oder u als Vokal. Wenn du diese Adjektive komparierst, werden diese Vokale zu Umlauten (a →  ä, oö und u ü). Ansonsten bildest du den Komparativ jedoch genau so, wie du es gerade gelernt hast. 

Die Adjektive laut, klug, arm, alt und lang sind Beispiele für diese Art von Adjektiven

Beispiel
➡️ Im Senegal ist es warm, in Deutschland nicht.
➡️ Im Senegal ist es wärmer als in Deutschland.

2. Adjektive, die auf -el oder -bel enden
Wenn ein Adjektiv auf el oder -bel endet und das e unbetont ist, dann musst du dieses e bei der Komparation dieses Adjektivs weglassen. Beispiele dafür sind die Adjektive edel, dunkel, nobel oder flexibel.

Beispiel
➡️edel: Ein teures Hotel ist edler als eine Jugendherberge. 

🎓 Merke
Diese Regel gilt nur, wenn das e unbetont ist. Es gibt auch Adjektive mit der Endung -el oder -bel deren e betont ist. Den Komparativ dieser Adjektive musst du dann ganz normal bilden.

Beispiel
➡️ Aktuell: Die Nachrichten in der Tageszeitung sind aktueller als die in der Wochenzeitung.

3. Unregelmäßige Formen
Es gibt einige Adjektive im Deutschen, die eine unregelmäßige Komparativform haben, am besten lernst du diese auswendig. In dieser Tabelle siehst du die wichtigsten unregelmäßigen Adjektive des Deutschen.

Unregelmäßige Adjektive

GrundformKomparativ
gernlieber
gutbesser
hochhöher
vielmehr

🎓 Merke
Es gibt außerdem Adjektive, die einen Zustand beschreiben, der nicht steigerbar ist. Du kannst Nomen mit dieser Eigenschaft dementsprechend nicht vergleichen. Das trifft auf Adjektive wie kochend, schwanger, tot, gefroren oder lila zu.

Beispiel
➡️ Das Wasser im Topf ist kochender als das im Wasserkocher.
Das Adjektiv kochend kann nicht gesteigert werden.

Komparativ – Verwendung

Die wichtigste Funktion des Komparativs ist es, zwei Nomen miteinander zu vergleichen. Wichtig dabei ist, dass beide Nomen eine gemeinsame Eigenschaft haben.

Dabei drückst du aus, bei welchen Nomen diese Eigenschaft stärker vorhanden ist.

Beispiele
➡️ Frau Müller ist noch wütender als ihr Ehemann.
➡️ Aylin rennt schnell, aber Katharina rennt schneller.

Du kannst den Komparativ in einigen Fällen jedoch auch benutzen, um das Adjektiv abzuschwächen. Der Komparativ ist dann schwächer als die Grundform des Adjektivs. Das funktioniert jedoch nur bei einigen wenigen Adjektiven.

Beispiel
➡️ Grundform: Die alte Dame.
➡️ Komparativ: Die ältere Dame.
Die komparierte Form des Adjektivs ist in diesem Fall schwächer als die Grundform. Das heißt, dass eine ältere Dame jünger ist als eine alte Dame.

Komparativ und Superlativ

Der Superlativ und der Komparativ sind die beiden Steigerungsformen von Adjektiven im Deutschen. 

Wie du bereits gelernt hast, kannst du mit dem Komparativ zwei Nomen mit derselben Eigenschaft miteinander vergleichen. Das tust du, indem du an die Grundform des Adjektivs ein -er hängst.

Bildung: Adjektiv + er

Beispiel
➡️ Hunde sind treuer als Katzen.
Hier wird die Treue von zwei Nomen (Hunden und Katzen) miteinander verglichen. 

Der Superlativ hingegen ist die höchste Steigerungsform. Wenn ein Nomen mit einem Superlativ beschrieben wird, heißt das, dass diese Eigenschaft bei dem Nomen stärker ist als bei allen anderen.

Den Superlativ von Adjektiven kannst du auf zwei verschiedene Weisen bilden, die Bedeutung ist dabei genau dieselbe.

Bildung 1: am + Adjektiv + sten
Bildung 2: der/die/das + Adjektiv + ste

Beispiel
➡️ Hunde sind die treuesten Tiere.
➡️ Hunde sind am treuesten.
In diesem Beispiel wird ausgedrückt, dass Hunde netter sind als alle anderen Tiere.

Zusammenfassung

1. Der Komparativ ist die erste Steigerungsform von Adjektiven. 

2. Mithilfe des Komparativs kannst du zwei Nomen miteinander vergleichen

3. Den Komparativ von Adjektiven bildest du, indem du ein -er an das Adjektiv hängst. Jedoch gibt es bei der Bildung des Komparativs einige Ausnahmen, die du beachten solltest.

Häufige Fragen

Was ist ein Komparativ Beispiel?

Der Komparativ dient dazu, zwei Personen oder Gegenstände mit derselben Eigenschaft miteinander zu vergleichen. Beispiel: „Hanno singt laut, aber Ella singt lauter.“ In diesem Beispiel haben Hanno und Ella dieselbe Eigenschaft (laut singen) und es wird verglichen, welche Person lauter singt.

Was ist Komparativ Deutsch?

Der Komparativ ist die erste Steigerungsform von Adjektiven. Du benötigst ihn, um zwei Personen oder Gegenstände mit derselben Eigenschaft miteinander zu vergleichen. Dabei hängst du einfach ein -er an das Ende des Adjektivs. Beispiel: „Das Motorrad fährt schneller als das Mofa.

Wie bildet man das Komparativ?

Du bildest den Komparativ von Adjektiven, indem du ein -er an die Grundform des Adjektivs hängst. Beispiele: neu – neuer, schlecht – schlechter.

Wie heißen die drei Steigerungsformen?

Die drei Steigerungsformen von Adjektiven heißen: Positiv/Grundform, Komparativ und Superlativ. 

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