Kommaregeln

Es gibt insgesamt sieben Kommaregeln im Deutschen. In diesem Artikel lernst du alle sieben Kommaregeln kennen und wie du sie problemlos anwendest, damit du nie wieder ein Komma vergisst.

Kommaregeln einfach erklärt

Das Komma ist ein Satzzeichen und es unterteilt einen Satz in logische Satzteile. Dadurch wird das Lesen und Verstehen eines Textes erleichtert. 

Es ist wichtig, Kommas an die richtige Stelle zu setzen, um den Sinn des Satzes richtig wiederzugeben. Nur ein falsch gesetztes Komma kann nämlich schon den Sinn eines Satzes verfälschen.

Beispiel
➡️ Komm wir essen Opa.
➡️ Komm wir essen, Opa.
Der erste Beispielsatz deutet an, dass der Opa gegessen wird. Im zweiten Beispielsatz hingegen wird der Opa zum Essen gerufen.

Kommaregeln Deutsch – Übersicht

In diesem Kapitel bekommst du einen Überblick über die sieben Kommaregeln, die du kennen solltest. Die Kommaregeln beschreiben die Kommasetzung in den folgenden Fällen:

  1. Aufzählungen 
  2. betonten Satzteilen
  3. Haupt- und Nebensätzen
  4. Konjunktionen
  5. Infinitiv mit zu
  6. Einschüben
  7. Partizipien

Kommaregeln Tabelle

KommasetzungBeispiel
AufzählungenIch war bereits in Portugal, Schweden und Österreich. 
Betonte SatzteileWow, das ist ein toller Film. 
Haupt- und NebensätzeDer Nachbar schlägt die Tür wütend zu, er hält nichts von Halloween. 
KonjunktionenIch bin müde, obwohl ich mich ausgeruht habe.
Infinitiv zuIch freue mich, von dir zu hören. 
EinschübeLisa und Daniel essen Pasta, zubereitet mit frischen Zutaten, am liebsten.
PartizipienVon Bauchschmerzen geplagt, ging sie heute zum Arzt. 

Kommaregel 1 – Komma bei Aufzählungen

Wenn in einem Satz Subjekte, Prädikate, Objekte, Gliedsätze oder Adjektive aufgezählt werden, dann werden die einzelnen Satzteile der Aufzählung durch ein Komma getrennt. 

‼️ Ausnahme
Wenn Wörter oder Wortgruppen mit einem und oder einer weiteren Konjunktion (z. B. oder, sowie) voneinander getrennt werden, musst du kein Komma setzen.

Die Aufzählung von Subjekten

Das Subjekt eines Satzes ist die Person oder der Gegenstand, der vorrangig handelt oder eine bestimmte Eigenschaft besitzt. Du setzt ein Komma, wenn Subjekte aufgezählt werden.

Beispiel 
➡️ Mohamed, Maria und Sven fahren in die Schule. 

🎓 Merke
Setze nie ein Komma vor und, oder, sowie, wenn es sich um eine Aufzählung handelt.

Die Aufzählung von Prädikaten

Das Prädikat eines Satzes ist das konjugierte Verb und es beschreibt die Handlung des Subjekts. Prädikate, die aufgezählt werden, trennst du mit einem Komma.

Beispiel
➡️ Er schläft, isst und liest den ganzen Tag.

Die Aufzählung von Objekten 

Das Objekt ergänzt und vervollständigt den Satz. Wenn mehrere Objekte in einem Satz aufgezählt werden, trennst du diese ebenfalls mit einem Komma. 

Beispiel
➡️ Trinkst du lieber Tee, Kaffee oder Wein?

Die Aufzählung von Gliedsätzen

Ein Gliedsatz ist dem Hauptsatz untergeordnet und kann nicht alleine stehen. In diesem Beispiel trennst du aufgezählte Gliedsätze mit einem Komma voneinander sowie den Gliedsatz vom Hauptsatz. 

Beispiel
➡️ Ich gehe in die Schule, nachdem ich gefrühstückt habe, den Müll rausgebracht und meine Tasche gepackt habe

Die Aufzählung von Adjektiven

Adjektive werden auch Wie-Wörter genannt und beschreiben Personen oder Dinge genauer. Bei der Aufzählung von Adjektiven musst du aufpassen: Du trennst Adjektive nur, wenn sie gleichrangig sind. Gleichrangig bedeutet, dass etwas denselben Wert besitzt.

💡 Tipp
Gleichrangige Adjektive kannst du mit einer einfachen Methode erkennen: Setze ein und zwischen die Adjektive. Wenn sich der Satz immer noch logisch anhört, sind die Adjektive gleichwertig und werden mit einem Komma getrennt. 

Beispiel
➡️ Sie war eine freundliche, hilfsbereite Verkäuferin.
➡️ Sie war eine freundliche und hilfsbereite Verkäuferin.
In diesem Beispiel handelt es sich um gleichrangige Adjektive. Somit wird ein Komma gesetzt.

Beispiel
➡️ Frohes neues Jahr.
➡️ Frohes und neues Jahr.
Hier hast du durch die Methode erkannt, dass es sich nicht um gleichrangige Adjektive handelt. Es wird also kein Komma gesetzt. 

Kommaregel 2 – Komma bei betonten Satzteilen

Wenn ein Satz einen lebendigen Ausruf enthält, der Erstaunen, Verneinung oder Bejahung ausdrückt, dann benötigst du ein Komma. 

Beispiele
➡️ Oh, da hast du mich aber überrumpelt!
➡️ Nein, du fährst in die falsche Richtung!
➡️ Oh ja, du hast vollkommen recht!

Auch nach einer Anrede, wie du sie beispielsweise in einer E-Mail verwendest, wird ein Komma gesetzt.

Beispiele
➡️ Sehr geehrte Damen und Herren, […]
➡️ Lieber Adil, […]
➡️ Lea, hier ist deine Klausur. 

Kommaregel 3 – Komma bei Haupt- und Nebensätzen

Längere Sätze können im Deutschen aus zwei Hauptsätzen, Hauptsatz und Nebensatz oder Hauptsatz und mehreren Nebensätzen bestehen. In allen drei Fällen setzt du ein Komma zwischen die Teilsätze.

Beispiel für Hauptsatz + Hauptsatz
➡️ Der Nachbar schlägt die Tür wütend zu, er hält nichts von Halloween

Beispiel für Hauptsatz + Nebensatz
➡️ Es freut ihn, dass er eine gute Note hat

Beispiel für Nebensatz + Hauptsatz
➡️ Dass er eine gute Note hat, freut ihn sehr.

Beispiel für Hauptsatz + Nebensatz + Nebensatz
➡️ Lea bekommt eine Zusage, worüber sie sich freut, aber ihre Freunde können diese Freude nicht teilen.

Kommaregel 4 – Komma bei Konjunktionen

Haupt- und Nebensätze, wie du sie im letzten Abschnitt kennengelernt hast, werden meist mithilfe von Konjunktionen verbunden. Konjunktionen werden daher auch Bindewörter genannt.

Entgegengesetzte Konjunktion

Vor einer entgegengesetzten Konjunktion, bei der ein Bindewort einen Gegensatz verdeutlicht, musst du ein Komma setzen.

Entgegengesetzte Konjunktionen: aber, allerdings, dagegen, dennoch, doch, jedoch, sondern, andererseits, stattdessen, vielmehr usw.

Beispiele
➡️ Mia will sich mit ihrer Freundin treffen aber hat leider keine Zeit.
➡️ Mia will sich mit ihrer Freundin treffen, aber hat leider keine Zeit.

🎓 Merke
Du musst auch bei Konjunktionen, die eine Erläuterung nachschieben oder ein Beispiel einleiten (z. B. beispielsweise, wenn, und zwar usw.), ein Komma setzen. 

🎓 Merke
Vor entgegengesetzten Konjunktionen ist das Komma Pflicht. 

Vergleichende Konjunktion

Wie in der ersten Regel beschrieben, gibt es Bindewörter, die kein Komma benötigen (und, oder, sowie). Hierbei handelt es sich um vergleichende Konjunktionen, vor die du ein Komma setzen kannst, aber nicht musst.

Vergleichende Konjunktionen: und, oder, sowie, entweder […] oder usw.

Beispiele
➡️ Ich tanze Breakdance und sie schaut dabei zu.
➡️ Ich tanze Breakdance, und sie schaut dabei zu.

‼️ Ausnahme 
Wenn nach einer vergleichenden Konjunktion ein ganzer Satz steht, dann musst du ein Komma setzen.

Beispiele
➡️ Der Urlaub war genauso schön, wie ich es mir vorgestellt habe.
➡️ Die Reise war genauso abenteuerlich, wie ich es geplant habe.

Kommaregel 5 – Komma bei Infinitiv mit zu

Ein Infinitiv ist die Grundform des Verbs (schlafen, trinken usw.). Infinitivgruppen werden mit dem Infinitiv und dem Wort zu oder anderen Wörtern gebildet (zu schlafen, zu trinken usw.). Seit der neuen deutschen Rechtschreibung kannst du hier überwiegend wählen, ob du ein Komma setzt oder nicht. Beides ist möglich. 

Beispiele
➡️ Zu lernen macht ihm Spaß!
➡️ Zu lernen, macht ihm Spaß!

💡 Tipp
Oft ist es sinnvoll, ein Komma zu setzen, um den Satz verständlicher zu machen. 

Beispiele
➡️ Ich habe mich bereit erklärt bei der Veranstaltung zu helfen. ✅
➡️ Ich habe mich bereit erklärt, bei der Veranstaltung zu helfen.

Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen du ein Komma setzen musst. In den folgenden Beispielen grenzt du erweiterte Infinitivgruppen mit einem Komma ab:

1. Infinitivgruppen, die mit um, ohne, statt, anstatt, als, außer eingeleitet werden.
 
Beispiel
➡️ Ohne aufmerksam zu schauen, fuhr er über die rote Ampel.

2. Infinitivgruppen, die von einem Substantiv abhängen.

Beispiel
➡️ Sie fasste den Plan, nach Australien auszuwandern. 

3. Infinitivgruppen, die von verweisenden Worten (es, das, dafür, darauf, so, dies usw.) abhängen. 

Beispiel
➡️ Lisa liebt es, abends Netflix zu schauen. 

Kommaregel 6 – Komma bei Einschüben

Ein Einschub steht meist mitten im Satz und gibt nähere Informationen über das Wort, das vorangeht. Zum einen erkennst du einen Einschub an Wörtern, wie nämlich, insbesondere, und zwar, d.h., z. B., wie. Zum anderen erkennst du einen Einschub daran, dass der restliche Satz auch ohne den Einschub Sinn ergibt. Die eingeschobene Information wird immer mit Kommas umrahmt.

Beispiele
➡️ Anna, die neue Mitschülerin, macht einen guten Eindruck. 
➡️ Ich habe bald Geburtstag, nämlich am Freitag
➡️ Ich möchte viele Länder, wie zum Beispiel Mexiko und Russland, bereisen. 

Kommaregel 7 – Komma bei Partizipien

Im Deutschen gibt es das Partizip 1 und das Partizip 2

Das Partizip 1 steht zwischen zwei Satzgliedern und wird daher auch Mittelwort genannt. Es kann nur die Funktion eines Adjektivs erfüllen. 

Beispiele
➡️ die schlafende Katze
➡️ der bellende Hund

Das Partizip 2 drückt eine abgeschlossene Handlung oder Eigenschaft aus und kann die Funktion eines Verbs oder Adjektivs erfüllen. 

Beispiele
➡️ Ich habe einen Kuchen gebacken.
➡️ Der gebackene Kuchen schmeckte gut.

Partizipien können mit einem Komma betont werden, wie im folgenden Beispiel.

Beispiele
➡️ Lächelnd sah sie ihn an.
➡️ Lächelnd, sah sie ihn an.

Es gibt wiederum Fälle, bei denen du ein Komma bei Partizipgruppen setzen musst. Das Komma ist in den folgenden Fällen Pflicht.

1. Das Partizip stellt einen Nachtrag zu einem vorangegangenen Wort dar.

Beispiel
➡️ Lukas stürmte in das Klassenzimmer, schweißgebadet und wutentbrannt

2. Das Partizip stellt einen Einschub zwischen Subjekt und Prädikat dar, welcher sich auf ein Nomen bezieht.

Beispiel
➡️ Der Nachbar, verärgert durch den Lärm, klingelte stürmisch an der Tür.

3. Das Partizip wird mit einem hinweisenden Wort kombiniert.

Beispiel
➡️ Aus dem Büro laufend, so telefonierte er mit seiner Mutter. 

Zusammenfassung

1. Es gibt sieben Kommaregeln, die du für die richtige Kommasetzung benötigst. 

2. Oft kannst du ein Komma setzen, um einen Text besser zu strukturieren, auch wenn das Komma nicht immer Pflicht ist. 

3. Fehlende Kommas unterbrechen den Lesefluss und können sogar die Bedeutung des Satzes verfälschen. 

Häufige Fragen

Wann darf kein Komma gesetzt werden?

Es gibt mehrere Ausnahmen, bei denen kein Komma gesetzt werden darf. Du setzt unter anderem kein Komma vor und, sowie und oder

Wann muss Komma gesetzt werden?

Du setzt vor allem ein Komma, wenn du eine Sprechpause oder einen Einschub im Satz benutzt. Dabei musst du auf die sieben Kommaregeln im Deutschen achten. 

Wann setze ich ein Komma einfach erklärt?

Du setzt ein Komma immer dann, wenn du eine Sprechpause im Satz einlegst oder Sätze und Satzteile voneinander trennst. Das macht den Text strukturierter und verbessert die Lesbarkeit.

Was sind die wichtigsten Kommaregeln?

Das Komma trennt Teile einer Aufzählung voneinander. Zudem setzt du ein Komma bei Wortwiederholungen. Wenn die Wörter nicht gleichrangig sind, ist kein Komma erforderlich. 
Eine weitere wichtige Kommaregel ist die Trennung von Haupt- und Nebensatz. Einen einleitenden Nebensatz erkennst du oft an einer Konjunktion. Demzufolge steht das Komma in den meisten Fällen vor einer Konjunktion. Ein eingeschobener Nebensatz wird ebenfalls mit Kommas umschlossen. 

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