Kommasetzung

Eine fehlerfreie Kommasetzung schafft Struktur und Ordnung im Satz. Die Kommasetzung in der deutschen Sprache ist jedoch nicht immer eindeutig. In diesem Artikel erfährst du, welche Ausnahmen du kennen solltest, wann ein Komma gesetzt werden muss und wann es optional ist. 

Wann setzt man ein Komma?

Kommas dürfen nicht beliebig gesetzt werden, sondern müssen verwendet werden, um Satzteile sinnvoll voneinander zu trennen. Dafür musst du ein paar einfache Kommaregeln beachten und die Ausnahmen kennen.

Im ersten Teil des Artikels wird das Pflicht-Komma behandelt. Anschließend wird das Wahl-Komma erläutert. Bei dem Wahl-Komma kannst du entscheiden, ob du ein Komma setzt.

Das Pflicht-Komma

Kommasetzung bei Aufzählungen gleichrangiger Elemente

Eine der wichtigsten Regeln ist die Kommasetzung bei Aufzählungen. Das Komma zeigt an, dass hier eine Aufzählung mit gleichrangigen Elementen kommt. Es folgt ein Beispiel für eine Reihung von Adjektiven, die alle auf der gleichen Ebene stehen. 

Beispiel
➡️ Fatima schreibt einen interessanten, verständlichen, humorvollen und kritischen Artikel. 

‼️ Ausnahme
Wenn die Elemente nicht gleichrangig sind, dann darf kein Komma gesetzt werden. Das kannst du leicht überprüfen, indem du ein und zwischen die Elemente einsetzt. Wenn die Elemente nicht mit und verbunden werden können, dann sind diese nicht gleichrangig. In diesem Fall wird kein Komma gesetzt. 

Beispiel
➡️ Die exotische und indische Küche. ❌
➡️ Die exotische indische Küche.

Kommasetzung bei Zusätzen und Nachträgen

Das Komma bei Zusätzen und Nachträgen dient als Lesehilfe, damit Bezüge innerhalb des Satzes nicht durcheinander geraten. Es handelt sich hierbei meistens um Relativsätze. Ein Einschub wird immer mit Kommas umrahmt und ein Nachtrag wird mit einem Komma getrennt wie in folgenden Beispielen:

Beispiele
➡️ Herr Schmidt, der neue Direktor, ist streng und fair.
➡️ Ich liebe italienische Gerichte, insbesondere Pasta

Kommasetzung bei Literatur-, Orts- und Datumsangaben

Hier hat das Komma eine fast identische Funktion wie im vorherigen Absatz. Das Komma erleichtert das Verständnis, indem es den Einschub markiert. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das zweite Komma optional ist. Das erste Komma ist nach wie vor Pflicht!

Beispiele
➡️ Wir folgen dem Duden, 24. Auflage [,] Seite 49.
➡️ Das Büro liegt in Stuttgart, Hauptstraße 30 [,] im Zentrum. 
➡️ Wir treffen uns Montag, den 10. Oktober [,] in Raum 102. 

Kommasetzung bei nebenordnenden, entgegensetzenden und einschränkenden Konjunktionen

Konjunktionen verbinden Sätze, Satzteile oder Satzglieder miteinander. Vor bestimmte nebenordnende Konjunktionen wird ein Komma gesetzt, um den Bezug zwischen den Elementen verständlicher zu machen. 

Beispiele
➡️ Der Artikel war lang, aber sehr informativ.
➡️ Sie ist einerseits ihre Schwester, andererseits auch ihre Konkurrentin. 
➡️ Das war nicht nur ihr Verdienst, sondern auch seiner.

💡 Tipp
Wenn du mehr über nebenordnende Konjunktionen lernen möchtest, dann schau dir gerne unseren Artikel zum Thema nebenordnende Konjunktionen an. Darin findest du auch eine Liste der wichtigsten nebenordnenden Konjunktionen.

Kommasetzung bei aneinanderreihenden Konjunktionen

Für aneinanderreihende Konjunktionen (bald, sondern auch, nicht nur) gilt die gleiche Regel. Es wird ein Komma vor die Konjunktion gesetzt.

Beispiel
➡️ Äpfel sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. 

‼️ Ausnahme
Es steht kein Komma bei und, oder, sowohl, da sie bereits als Verknüpfungssignale wirken und somit das Komma überflüssig machen.

Beispiel
➡️ Er ist freundlich, hilfsbereit, und zuvorkommend.
➡️ Er ist freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend.

Kommasetzung bei Partizip- und Infinitivgruppen

Partizipgruppen werden mit Partizip 1 oder Partizip 2 gebildet und folgen auf Nomen, die sie näher erklären. Infinitivgruppen sind Gruppen von Wörtern, die einen Infinitv mit zu enthalten. Partizip- und Infinitivgruppen müssen in den folgenden vier Fällen mit einem Komma vom Rest des Satzes getrennt werden:

1. Partizipgruppen und hinweisende Wörter
Partizipgruppen werden durch hinweisende Wörter (damit, darum, daran, das, so etc.) angekündigt.

Beispiel
➡️ Sie konnte nicht mehr alleine laufen, so schlimm war es. 

2. Partizipgruppen zwischen Subjekt und Prädikat
Partizipgruppen stehen zwischen Subjekt und Prädikat.

Beispiel
➡️ Der Lehrer, verärgert durch den Lärm, ermahnte die Schüler im Klassenzimmer. 

3. Partizipgruppen mit rückwirkendem Verweis
Partizipgruppen verweisen rückwirkend auf etwas.

Beispiel
➡️ Den Ton zu erheben, das war nicht ihre Art

4. Infinitivgruppen und Signalwörter
Infinitivgruppen werden mit um, statt, außer, als eingeleitet.

Beispiel
➡️ Mohammed geht in die Schule, um Mathe zu lernen. 

Kommasetzung bei aneinanderreihenden Hauptsätzen 

Die erste Kommaregel für Aufzählungen wird auch auf Hauptsätze angewendet. Das Komma trennt zwei Hauptsätze, die unmittelbar hintereinander folgen. 

Beispiel
➡️ Lea schreibt den Aufsatz, Fatima kontrolliert ihn

Kommasetzung bei Haupt- und Nebensätzen

Das Komma zwischen Haupt– und Nebensatz kommt vielfach vor. Oft erkennst du einen beginnenden Nebensatz an der unterordnenden Konjunktion. 

Beispiele
➡️ Die Katze lag auf Lisas Schoß, während sie ihre Hausaufgaben machte.
➡️ Olga verließ die Vorlesung, weil sie sich langweilte.

💡 Tipp
Unterordnende Konjunktionen verbinden Hauptsätze mit Nebensätzen. Eine Liste der wichtigsten Unterordnenden Konjunktionen findest du in unserem Artikel zum Thema unterordnende Konjunktionen.

Kommasetzung vor dass

Eine der am häufigsten benutzten unterordnenden Konjunktionen ist dass. Vor dass steht immer ein Komma, da diese Konjunktion einen Nebensatz einleitet.

Beispiel
➡️ Ich bin so froh, dass du gekommen bist.

‼️ Ausnahme
Bei mehrteiliger Nebensatzeinleitung wie ohne dass, sondern dass und aber dass steht das Komma immer vor dem ersten Wort.

Beispiel
➡️ Ich schlich mich in das Zimmer, ohne dass es jemand merkte. 

💡 Tipp
In unserem Artikel zu dass-Sätzen lernst du, wann du Sätze mit dass verwenden kannst.

Kommasetzung bei Anredenominativen

Ein Anredenominativ ist eine Wortgruppe wie liebe Zuschauer:innen, sehr geehrte Damen und Herren oder jede weitere Anrede. Diese Anrede kann fast an beliebiger Stelle im Satz stehen und wird mit einem Komma abgegrenzt. 

Beispiele
➡️ Lieber Dimitri, vielen Dank für deinen Brief. 
➡️ Bitte Applaus, liebe Zuschauer und Zuschauerinnen, für unseren heutigen Gast!
➡️ Ich komme heute vorbei, Oma!

Komma bei Vergleichen

Bei Vergleichen mit als, wie, denn wird nur ein Komma gesetzt, wenn diese einen Nebensatz einleiten. Folgende Beispiele zeigt diesen wichtigen Unterschied.

Beispiele
➡️ Das erste Buch war viel spannender als das zweite.
➡️ Beim zweiten Lesen kam mir das Buch viel spannender vor, als ich es in Erinnerung hatte.
Im ersten Beispielsatz verbindet die Konjunktion als zwei gleichwertige Satzglieder miteinander, deswegen musst du hier kein Komma benutzen.
Im zweiten Satz dient das als dazu, einen Nebensatz einzuleiten. In diesem Fall musst du immer ein Komma benutzen.

Das Wahl-Komma

Du weißt jetzt, wann du ein Komma setzen musst und hast bereits einige Ausnahmen in diesem Artikel kennengelernt. In dem folgenden Kapitel werden nun alle Ausnahmen vorgestellt, bei denen du die Wahl hast ein Komma zu setzen oder nicht. 

1. Präpositionalgruppe
Eine Präpositionalgruppe ist eine Wortgruppe, die mit Präpositionen eingeleitet wird. Sie kann mit einem Komma umrahmt werden, wenn sie nicht am Satzanfang steht. 

Beispiele
➡️ Ihre Hausarbeit ist [,] mit Literaturverzeichnis [,] 15 Seiten lang. 
➡️ Mit Literaturverzeichnis ist ihre Hausarbeit 15 Seiten lang. 

2. Verbundene Hauptsätze
Das Komma ist optional, wenn zwei Hauptsätze mit einem und, oder, sowie verbunden werden.

Beispiele
➡️ Mila schreibt den Aufsatz [,] und die Mutter kocht in der Küche. 
➡️ Ich rufe an [,] oder ich fahre direkt. 

3. Erweiterter Partizip
Das Komma darf vor einem erweiterten Partizip gesetzt werden, wenn dieser am Satzanfang steht. Sobald das erweiterte Partizip im Satz eingeschoben oder nachgestellt wird, ist das Komma Pflicht

Beispiele
➡️ Vor Kälte zitternd [,] zog sie ihre Mütze noch tiefer. 
➡️ Sie zog sich ihre Mütze, vor Kälte zitternd, noch tiefer.

4. Literatur-, Orts- und Datumsangaben
Das zweite Komma bei Literatur-, Orts- und Datumsangaben ist optional.

Beispiel
➡️ Wir treffen uns nächsten Freitag, um 14 Uhr [,] am Bahnhof. 

Zusammenfassung 

1. Die Kommasetzung ist in der Schriftsprache wichtig für die Struktur, die Gliederung und den Lesefluss

2. Das Pflichtkomma wird bei Aufzählungen mit gleichrangigen Elementen, bei Zusätzen und Nachträgen, bei Literatur-, Orts- und Zeitangaben, bei Haupt- und Nebensätzen, bei Anredenominativen und vor die meisten Konjunktionen gesetzt. 

3. Es gibt einige wenige Fälle, bei denen das Komma optional ist, z. B. bei zwei Hauptsätzen, die mit und, oder, sowie verbunden werden. Häufig ist es hier sinnvoll, das Wahlkomma zu setzen, um den Lesefluss und die Verständlichkeit zu verbessern. 

Häufige Fragen

Wo kann ich Kommasetzung überprüfen?

Auf der Website Duden Online kannst du deinen Text einfügen und auf die Kommasetzung überprüfen lassen. Der Test überprüft nach den Regeln der aktuellen Duden-Ausgabe.

Wann setzt man ein Komma?

Du setzt ein Komma bei Aufzählungen von gleichrangigen Elementen und zwischen Haupt- und Nebensatz. 

Wann darf kein Komma gesetzt werden?

Wenn eine Präpositionalgruppe an Satzanfang steht, darf sie nicht mit einem Komma abgegrenzt werden. Hier ist das Komma nicht erlaubt.

Was sind die wichtigsten Kommaregeln?

Einer der wichtigsten Kommaregeln ist das Komma zwischen Teilen einer Aufzählung. Zudem setzt du ein Komma bei Wortwiederholungen. Wenn die Wörter nicht gleichrangig sind, ist kein Komma erforderlich.
 
Eine weitere wichtige Kommaregel ist die Trennung von Haupt- und Nebensatz. Einen einleitenden Nebensatz erkennst du oft an einer Konjunktion. Demzufolge steht das Komma in den meisten Fällen vor einer Konjunktion. Ein eingeschobener Nebensatz wird ebenfalls mit Kommas umschlossen. 

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