Umlaute

In der deutschen Sprache gibt es die drei Umlaute ä, ö und ü. Sie sind spezielle Laute der gesprochenen Sprache. In diesem Artikel lernst du, wie du sie richtig einsetzen und aussprechen kannst.

Was sind Umlaute?

Die Umlaute ä, ö und ü sind leicht veränderte Formen der Vokale a, o und  u. Sie gehören zu den Lauten der gesprochenen Sprache und es gibt in vielen Sprachen unterschiedliche Umlaute.

Umlaute sind auch Selbstlaute, weil sie zu den Vokalen gehören. Das bedeutet, dass der Luftstrom bei der Aussprache der Umlaute im Mund nicht blockiert wird und deswegen nur ein Laut entsteht.

Umlaute deutsch

Du kannst die Umlaute in der deutschen Sprache nicht im Alphabet finden, aber trotzdem sind sie sehr wichtig. Sie sind erst im Laufe der Zeit aus den Vokalen o, u und a entstanden. Bevor die Punkte existierten, wurden die drei Vokale mit einem e kombiniert. 

Das e wurde über den jeweiligen Vokalen platziert, genauso wie heutzutage die beiden Punkte über den Umlauten. Dadurch sollte gekennzeichnet werden, dass ein Vokal anders ausgesprochen wird. Ein o klang dadurch wie [oe], ein u wie [ue] und ein a wie [ae].

🎓 Merke
Manchmal findest du diese Schreibweise bei deutschen Ortsnamen und sie wird häufig im Ausland verwendet, weil die deutschen Umlaute dort unüblich sind.

Beispiel
➡️ Bad Oeynhausen
Das oe in dem Ortsnamen Bad Oeynhausen wird als ö ausgesprochen.

Die Aussprache von Umlauten

Die richtige Aussprache der Umlaute ist sehr wichtig, weil sie die Bedeutung eines Wortes komplett verändern kann (z. B. losen und lösen).

Wenn verschiedene Wörter sehr ähnlich geschrieben und ausgesprochen werden und ein Umlaut der einzige Unterschied ist, dann kann dies zur Verwechslung führen. Deswegen lernst du hier die richtige Aussprache der drei Umlaute.

Die Aussprache von ö 

Bei Vokalen und Umlauten sind die Position der Zunge und die Rundung der Lippen sehr wichtig.

💡 Tipp
Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie Vokale im Mund gebildet werden, dann schau dir gerne unseren Artikel zum Thema Vokale an.

Glücklicherweise sind Umlaute auch Vokale, deshalb kannst du die Aussprache üben, indem du dir die Vokale genauer ansiehst und sie als Hilfestellung benutzt.

Für das ö sprichst du zunächst ein langes e. Achte genau auf die Stellung deiner Zunge und deiner Lippen.

Bei der Aussprache von e ist deine Zunge im Mund unten und im vorderen Bereich. Deine Lippen sind leicht geöffnet und deine Mundwinkel breit.

Nun rundest du deine Lippen wie bei einem o. Achte darauf, dass die Position deiner Zunge sich nicht verändert.

Wenn du jetzt versuchst ein e zu sprechen und dabei deine Lippen rundest, wie bei einem Kreis, dann sprichst du ein ö aus.

Die Aussprache von ü

Das ü kannst du auf eine ähnliche Art und Weise üben wie das ö.

Sprich zunächst ein langes i. Bei dem i liegt deine Zunge im vorderen Bereich deines Mundes unten. Deine Mundwinkel sind breit und deine Lippen leicht geöffnet. Halte diesen Laut und forme dann deine Lippen rund, ohne die Zunge zu bewegen.

Der Laut, den du sprichst, sollte jetzt nicht mehr wie ein i klingen. Wenn du diese Art der Aussprache ein bisschen übst, dann kannst du das ü bald ganz einfach bilden.

Die Aussprache von ä

Auch für die Bildung des ä gibt es eine Technik, die dir bei der Aussprache hilft. Sprich zuerst ein langes e aus und halte diesen Laut. Beobachte die Formung deiner Lippen und die Position deiner Zunge.

Wenn du jetzt ein ä aussprechen möchtest, dann musst du deine Lippen weit öffnen. Die Position deiner Zunge darf sich dabei nicht verändern.

Du kannst dir auch vorstellen, dass du mit deiner Zunge ein e aussprichst, aber mit deinen Lippen ein a. Dadurch entsteht der Laut ä.

💡 Tipp
Der Umlaut ä und der Vokal e klingen sehr ähnlich. Manchmal kannst du nur wissen, ob ein Wort mit ä oder mit e geschrieben wird, wenn du die richtige Schreibweise auswendig gelernt hast.

Die Betrachtung der Grundform eines Wortes kann dabei hilfreich sein. Bei Nomen in der Mehrzahl (Plural) bildest du die Einzahl (Singular), bei Adjektiven bildest du die Grundform und bei Verben bildest du den Infinitiv.

Beispiele
➡️ Nomen: die Hende → die Hand
➡️ Nomen: die Hände → die Hand
➡️ Adjektiv: elter → alt
➡️ Adjektiv: älter → alt
➡️ Verb: er fellt → fallen
➡️ Verb: er fällt → fallen

Umlaute Beispiele

Im Folgenden lernst du, wann Umlaute verwendet werden.

Steigerung von Adjektiven

Alle Wortarten haben verschiedene Wörter mit Umlauten. Manchmal findest du die Umlaute bereits in der Grundform eines Wortes.

Beispiele
➡️ schön
➡️ dünn
➡️ mächtig

Bei Adjektiven ist es aber auch möglich, dass die Umlaute erst in der ersten und zweiten Steigerungsform auftauchen (Komparativ und Superlativ).

In solchen Fällen kannst du gut erkennen, warum die Umlaute und ihre Vokale so eng miteinander verbunden sind.

Beispiele
➡️ groß → größer → am größten
➡️ gesund → gesünder → am gesündesten
➡️ alt → älter → am ältesten

Die Grundformen der Adjektive haben ein a, o oder u, welches mit der Steigerung zu einem Umlaut wird. Dies kommt häufig bei einsilbigen Adjektiven vor.

🎓 Merke
Nicht alle Adjektive, die Vokale enthalten, bilden bei der Steigerung einen Umlaut. Für die Steigerung von Adjektiven gibt es bestimmte Regeln. Mit unserem Artikel zum Thema Adjektivdeklination kannst du diese Regeln lernen.

Umlaute in Nomen

Auch bei Nomen gibt es Wörter, die in der Grundform bereits Umlaute enthalten.

Beispiele
➡️ der Löwe
➡️ der Käfer
➡️ das Mädchen

Oft kommt es aber auch vor, dass sich ein Nomen bei der Flexion verändert. Flexion oder auch Beugung ist der Vorgang, bei dem die Grundform eines Wortes umgewandelt wird.

Die Flexion der Nomen funktioniert über die Deklination, also die Anpassung an Fall (Kasus), Zahl (Numerus) und Geschlecht (Genus). Dementsprechend verändert sich das Wort.

Umlaute bei der Pluralbildung

Die Vokale in einem Nomen verwandeln sich nicht, wenn sie nach Kasus und Genus dekliniert werden.

Jedoch verändern sich viele Wörter bei der Bildung der Mehrzahl (Plural). Dabei wird ein normaler Vokal in einen Umlaut umgewandelt, wenn der Plural gebildet wird.

Beispiele
➡️ das Land → die Länder
➡️ das Rad → die Räder
➡️ das Wort → die Wörter

Es gibt ein mehrere Regeln, die bestimmen, wann ein Vokal in einem Nomen zu einem Umlaut wird. Die Regeln werden im Folgenden erklärt.

🔴 Wichtig
Nicht alle Regeln lassen sich auch auf alle Wörter anwenden. In der deutschen Sprache gibt es viele Ausnahmen. Das gilt auch für die Regeln, die du hier kennengelernt hast. Trotzdem sind sie eine gute Hilfe, um die Pluralbildung mit Umlauten zu lernen.

Männliche Nomen (Maskulinum)

Bei männlichen Nomen verwandelt sich der Vokal im Wortstamm in einen Umlaut, wenn das Wort im Plural auf -er endet.

Beispiele

➡️ der Mann → die Männer
➡️ der Wurm → die Würmer
➡️ der Wald → die Wälder

Bei einigen männlichen Nomen unterscheidet sich die Endung im Plural nicht von der Endung im Singular. In solchen Fällen ändert sich häufig der Vokal im Wortstamm. Im Plural wird daraus ein Umlaut.

Beispiele
➡️ der Mantel → die Mäntel
➡️ der Vogel → die Vögel
➡️ der Vater → die Väter

Maskuline Nomen, die im Plural auf einem -e enden, enthalten in der Mehrzahl oft einen Umlaut.

Beispiele
➡️ der Schrank → die Schränke
➡️ der Turm → die Türme
➡️ der Ball → die Bälle

Neutrale Nomen (Neutrum)

Neutrale Nomen haben im Wortstamm einen Umlaut im Plural, wenn sie auf -er enden.

Beispiele
➡️ das Buch → die Bücher
➡️ das Gras → die Gräser
➡️ das Haus → die Häuser

Weibliche Nomen (Femininum)

Weibliche Nomen haben im Plural einen Umlaut, wenn sich die Endungen im Singular und im Plural nicht unterscheiden.

Beispiele
➡️ die Mutter → die Mütter
➡️ die Tochter → die Töchter

Weibliche Nomen, die im Plural auf einem -e enden, haben in der Mehrzahl auch einen Umlaut.

Beispiele
➡️ die Nacht → die Nächte
➡️ die Kuh → die Kühe
➡️ die Nuss → die Nüsse

Umlaute bei der Verniedlichung

In vielen Sprachen gibt es eine Form, mit der normale Wörter verkleinert oder verniedlicht werden. Man nennt diese Form Diminutiv.

Er wird häufig in Dialekten verwendet oder soll Lebewesen und Gegenstände als niedlich und klein beschreiben. Bei der Bildung des Diminutivs wird der Vokal der Grundform zu einem Umlaut.

Außerdem verändert sich das Geschlecht (Genus) und das Wort bekommt das grammatische Geschlecht Neutrum.  

Beispiele
➡️ der Baum → das Bäumchen
➡️ das Haus → das Häuschen
➡️ die Blume → das Blümchen 

🎓 Merke
Es gibt auch Diminutive ohne Umlaut (z.B. Pferdchen, Kindlein, Spieglein). Diese werden jedoch oft anders gebildet, als die Form, die du gerade kennengelernt hast.

Umlaute in Verben

In Verben findest du ebenfalls häufig Umlaute. Genauso wie bei Adjektiven und Nomen gibt es Verben, die in der Grundform (Infinitiv) Umlaute enthalten.

Beispiele
➡️ können
➡️ fühlen
➡️ wählen

Allerdings gibt es auch viele Verben, bei denen du erst in der zweiten und dritten Person Präsens oder im Konjunktiv 2 einen Umlaut findest.

Alle unregelmäßigen Verben haben in ihrem Verbstamm einen Vokal. Wenn du nun die zweite und dritte Person Singular im Präsens bildest, dann verändert sich dieser Vokal häufig und das a wird zu einem ä (fahren, fallen, tragen).

Beispiel
➡️ Infinitiv: fahren
➡️ 1. Person: ich fahre
➡️ 2. Person: du fährst
➡️ 3. Person: er/sie/es fährt

🎓 Merke
Auch bei dieser Regel gibt es Ausnahmen. Bei vielen unregelmäßigen Verben kannst du die Regel, die du gerade gelernt hast, anwenden. Aber einige unregelmäßige Verbformen mit Vokalen werden trotzdem anders gebildet.

Beispiele
➡️ haben → du häbst → sie häbt
➡️ haben → du hast → sie hat
➡️ kommen → du kömmst → sie kömmt
➡️ kommen → du kommst → sie kommt.

Genauso werden im Konjunktiv 2 oft Umlaute verwendet. Besonders bei unregelmäßigen Verben, Hilfsverben und Modalverben brauchst du sie zur Bildung der Formen.

Beispiele
➡️ Sie wünschte, er käme immer pünktlich.
➡️ Ich führe durch die Stadt, hätte ich ein Auto.

Die Dehnung der Umlaute

So wie Vokale, können auch Umlaute entweder lang oder kurz ausgesprochen werden.

Es gibt viele Wörter, bei denen du auswendig lernen musst, wie der Umlaut ausgesprochen wird, weil du bei diesen keine Regel anwenden kannst.

Beispiele
➡️ der Löwe
➡️ mächtig
➡️ üben

Das ö in Löwe und das ü in üben sind Umlaute, die lang ausgesprochen werden. Das ä in mächtig wird hingegen kurz betont.

Aber nicht bei allen Wörtern mit Umlauten musst du dir einprägen, ob der Laut lang oder kurz betont wird.

Im Deutschen gibt es auch ein paar Fälle, bei denen du an dem Wort erkennen kannst, wie ein Umlaut ausgesprochen werden soll. Dazu stellen wir dir im Folgenden die zwei wichtigsten Regeln vor.

Das Dehnungs-H

Nach Umlauten oder auch Vokalen folgt manchmal ein h im Wort. Meistens handelt es sich dabei um das Dehnungs-h.

Das h selbst ist stumm, du sprichst es also nicht aus. Es zeigt nur an, dass der Vokal, der davor steht, lang ausgesprochen wird.

Das Dehnungs-h steht immer zwischen einem Vokal oder Umlaut und einem Konsonanten.

Beispiele
➡️ die Möhre
➡️ die Bühne
➡️ die Mähne

Das silbentrennende h

Neben dem Dehnungs-h gibt es noch das silbentrennende h. Es kennzeichnet ebenfalls, dass der Vokal vor dem h lang ausgesprochen wird, aber es hat noch eine weitere Funktion.

Normalerweise werden zwei Vokale, die hintereinander in einem Wort stehen, wie ein einzelner, langer Vokal (z. B. das Moos) betont.

Es gibt aber auch Fälle, in denen beide Vokale getrennt voneinander betont werden sollen. Die Lösung ist ein silbentrennende h, das zwischen den beiden Vokalen platziert wird. Es zeigt es an, dass die zwei Vokale im Wort getrennt ausgesprochen werden.

Das silbentrennende h wird genauso bei Umlauten verwendet, weil Umlaute umgewandelte Vokale sind und deshalb auch zu den Selbstlauten zählen.

Beispiele
➡️ die he
➡️ die Krähe
➡️ die he

🎓 Merke
Das silbentrennende h und das Dehnungs-h sind zwar ähnlich, aber sie erfüllen trotzdem unterschiedliche Funktionen.

Zusammenfassung

1. Umlaute sind veränderte Formen von Vokalen. Sie sind Selbstlaute, da der Luftstrom beim Sprechen nicht gehemmt wird und einfach entweichen kann.

2. Es gibt im Deutschen die Umlaute ä, ö und ü. Sie stammen von den Vokalen a, o und u ab. Obwohl sie sehr wichtig für die deutsche Sprache sind, findest du sie nicht im Alphabet.

3. Die richtige Aussprache der Umlaute ist sehr wichtig, weil es die Bedeutung von Wörtern entscheidend verändern kann. Ein Wort mit einem Vokal hat eine andere Bedeutung als ein Wort mit einem Umlaut, auch wenn beide Wörter sich sehr ähnlich sind.

4. Bei der Flexion von Nomen, Verben und Adjektiven werden die Vokale im Wortstamm manchmal zu Umlauten.

5. Umlaute können, genau wie Vokale, durch ein Dehnungs-h oder ein silbentrennendes h gedehnt werden.

Häufige Fragen

Welches sind die Umlaute?

Die deutschen Umlaute ä, ö und ü sind aus den Vokalen a, o und u entstanden. Die Punkte über den Buchstaben haben sich über die Zeit aus einem e entwickelt, das über den Vokalen zu finden war.

Was sind ä, ö, ü, ß?

Umlaute sind Laute der gesprochenen Sprache. Im Deutschen gibt es drei Umlaute: ä, ö und ü. Sie sind aus den Vokalen entstanden, hören sich aber anders an und werden durch die sogenannten Umsatzpunkte von ihnen unterschieden.

Was sind Umlaute Wörter?

Umlaute haben sich mit der Zeit aus einfachen Vokalen entwickelt. Die deutsche Sprache hat drei Umlaute (ä, ö, ü), welche sich durch Umlautpunkte von den normalen Vokalen unterscheiden.

Wie schreibt man ein ü ohne ü?

Normalerweise wird ein Umlaut wie ein Vokal mit Punkten geschrieben. Manchmal ist dies aber nicht möglich, zum Beispiel bei Internetadressen. In diesem Fall benutzt du anstelle des ü die Buchstaben ue.

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