Vokale

Vokale sind Laute der gesprochenen Sprache. In diesem Artikel lernst du, wie du deutsche Vokale aussprichst und verwendest.

Was sind Vokale?

Vokale gehören, wie Konsonanten, zu den Sprachlauten der gesprochenen Sprache. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Luftstrom in Mund und Rachen bei der Aussprache fast gar nicht blockiert wird. Stattdessen erzeugen unterschiedliche Positionen von Zunge und Lippen verschiedene Sprachlaute.

Durch diese Art der Artikulation, werden Vokale als einzelne Laute wahrgenommen, deswegen nennt man sie auch Selbstlaute.

Bei Konsonanten ist das nicht der Fall. Hier wird der Luftstrom beim Sprechen teilweise oder auch komplett gehemmt. Da sie nicht alleine existieren können werden sie auch Mitlaute genannt.

Vokale – Deutsch

Die Deutsche Sprache hat fünf Buchstaben für die Vokale a, e, i, o, u. Diese fünf Buchstaben nennt man auch Einzellaute oder Selbstlaute.

Neben den fünf Selbstlauten gibt es auch noch die sogenannten Umlaute ä, ü, und ö. Diese werden zwar anders betont, aber sie zählen trotzdem zu den Vokalen, weil sie fast genauso ausgesprochen werden. Auch bei Umlauten wird der Luftstrom beim Sprechen kaum oder gar nicht blockiert.

Mitlaute und Selbstlaute

Zu den wichtigsten Lauten der deutschen Sprache gehören die Mitlaute und die Selbstlaute. Selbstlaute werden, wie bereits erwähnt, auch Vokale genannt. Bei Vokalen wird nur ein Laut erzeugt.

Zum Beispiel wird der Buchstabe a meistens durch den Laut [a] realisiert. Es werden bei der Aussprache keine weiteren Laute erzeugt.

Im Gegensatz dazu werden bei Konsonanten (Mitlauten) mehrere Laute erzeugt. Diese Mitlaute entstehen, weil bei der Aussprache von Konsonanten der Luftstrom beim Sprechen teilweise oder vollständig blockiert wird.

Der Buchstabe p steht also für eine Kombination von mehreren Lauten, welche mit Lautschrift [pe:] beschrieben werden können.

Bei komplexen Wörtern steht die Aussprache mit Lautschrift im Wörterbuch. Die Lautschrift hat ein eigenes, internationales Alphabet, das beschreibt, wie alle Laute ausgesprochen werden.

Beispiel
➡️ das Alphabet
Bei dem Wort Alphabet wird der Buchstabe e besonders betont. Die Aussprache wird im Duden folgendermaßen dargestellt: [alfaˈbeːt]

Deutsche Vokale – Aussprache

Bei der Bildung deutscher Vokale sind besonders die Position der Zunge im Mund und die Öffnung und Rundung der Lippen wichtig.

Offene und geschlossene Vokale

Die Lage der Zunge im Mund entscheidet, ob ein Vokal offen oder geschlossen ausgesprochen wird.

Wenn die Zunge im Mundraum beim Sprechen oben liegt, dann handelt es sich um einen geschlossenen Vokal. Liegt die Zunge im Mundraum unten am Unterkiefer, dann handelt es sich um einen offenen Vokal.

Die Vokale e und i gehören zu den geschlossenen Vokalen, während die Vokale o und u offene Vokale sind.

Vordere und hintere Vokale

Auch bei den vorderen und hinteren Vokalen kommt es auf die Stellung der Zunge im Mundraum an. Um welche Art von Vokal es sich handelt, kannst du dir hier aber leichter merken.

Liegt die Zunge bei der Aussprache im vorderen Bereich des Mundes, dann sprechen wir von einem vorderen Vokal. Ist sie im hinteren Bereich des Mundraums, dann handelt es sich um einen hinteren Vokal.

Die Vokale a und u sind zum Beispiel hintere Vokale, während e und i sind vordere Vokale.

Gerundete und ungerundete Vokale

Es wird auch zwischen gerundeten und ungerundeten Vokalen unterschieden. Die Rundung der Lippen und die Lage der Zunge bestimmen über die Aussprache der Vokale.

Sind die Lippen bei der Bildung gerundet, dann handelt es sich auch um einen gerundeten Vokal. Wenn die Lippen nicht gerundet sind, dann handelt es sich um einen ungerundeten Vokal.

Zum Beispiel sind o und u gerundete Vokale und e und i sind ungerundete Vokale. Die Vokale ü und e unterscheiden sich beispielsweise nur dadurch, dass beim ü die Lippen gerundet werden.

Lange und kurze Vokale

Im Deutschen gibt es lange und kurze Vokale. Das bedeutet, dass es einige Wörter gibt, bei denen Vokale lang und langsam ausgesprochen werden. Gleichzeitig existieren aber auch Wörter, bei denen Vokale kurz und schnell ausgesprochen werden.

Es hängt von dem jeweiligen Wort ab, ob ein Vokal lang oder kurz gesprochen wird. In manchen Fällen existieren auch bestimmte Regeln im Deutschen, die festlegen, auf welche Art und Weise ein Vokal ausgesprochen wird.

Bei manchen Wörtern musst du die Vokale bei der Aussprache in die Länge ziehen, da sie doppelte Vokale enthalten.

Beispiele
➡️ das Haar
➡️ der Schnee
➡️ die Fee

Dehnungs-h

Wie du bereits gelernt hast, können Vokale lang oder kurz ausgesprochen werden. In der deutschen Sprache gibt es das sogenannte Dehnungs-h, um zu kennzeichnen, dass ein Vokal lang ist.

In solchen Fällen steht hinter dem Vokal ein h. Es zeigt an, dass der Vokal davor lang ausgesprochen wird. Normalerweise folgt auf das h einer der vier Konsonanten m, n, r, l.

Beispiele
➡️ die Lehrer:innen
➡️ der Sohn
➡️ der Stuhl

🎓 Merke
Es gibt auch Vokale ohne Dehnungs-h, die lang ausgesprochen werden. Ein Vokal ohne Dehnungs-h wird nicht automatisch kurz betont (z. B. die Blume, der Rabe, die Rose).

Silbentrennendes h

Das silbentrennende h zeigt, wie das Dehnungs-h, an, dass ein Vokal lang betont wird. Es informiert aber auch darüber, dass zwei Vokale getrennt voneinander gesprochen werden.

Wenn zwei gleiche Vokale in einem Wort direkt hintereinander stehen, dann werden sie normalerweise wie ein langer Vokal betont. Im Gegensatz dazu werden zwei verschiedene Vokale meistens miteinander verbunden und fließend ausgesprochen (z. B. laut).

Es gibt aber Wörter, bei denen diese Vokale getrennt voneinander gesprochen werden. In diesem Fall wird zwischen die beiden Vokale ein h geschoben, dass die beiden Laute voneinander trennt.

Beispiele
➡️ die Ruhe
➡️ sehen
➡️ die Reihe

Umlaute

Neben den Selbstlauten und Mitlauten gibt es im Deutschen noch weitere Arten von Lauten. Dazu gehören auch die Umlaute.

Umlaute sind auch Selbstlaute, die wie Vokale, nur einen Laut bei der Aussprache erzeugen.

Die deutsche Sprache hat drei Umlaute: ä, ö, und ü. Sie sehen den Vokalen a, o und u ähnlich, jedoch werden sie mit zwei Punkten geschrieben.

Auch sprachlich sind sich die Umlaute und ihre Vokale ähnlich. Allerdings verändern sich bei den Umlauten die Stellung der Zunge und der Lippen ein wenig, sodass sie einen neuen Laut erzeugen, der sich leicht von den Vokalen unterscheidet.

Beispiele
➡️ der Käfig
➡️ die Tür
➡️ der Löwe
Diese drei Wörter enthalten die drei verschiedenen Umlaute (ä, ü, ö).

Zwielaute

Manche Wörter werden mit zwei Vokalen geschrieben, die direkt hintereinander im Wort auftauchen. Diese sind sogenannte Zwielaute.

Die entsprechenden Vokale werden dabei nicht mehr einzeln ausgesprochen, sie verschmelzen miteinander und ergeben einen einzelnen Laut.

Beispiele
➡️ das Bein
➡️ der Baum
➡️ das Feuer
Bei diesen Wörtern musst du Zwielaute benutzen.

‼️ Ausnahme
Nicht alle aufeinanderfolgenden Vokale verschmelzen bei der Aussprache.

Beispiel
➡️ Ruine
Die Vokale u und i werden bei diesem Wort getrennt ausgesprochen.

Zusammenfassung

1. Vokale sind Sprachlaute der deutschen Sprache. Man nennt sie auch Selbstlaute, weil der Luftstrom beim Sprechen kaum oder überhaupt nicht blockiert wird.

2. Bei der Aussprache von Vokalen kommt es vor allem auf die Position der Zunge im Mund und auf die Lippenrundung an. Unterschiedliche Vokale erzeugen unterschiedliche Bewegungen von Zunge und Lippen.

3. Vokale können je nach Wort und Regel lang oder kurz ausgesprochen werden.

4. Neben den Selbstlauten (Vokale) existieren noch Mitlaute und Zwielaute, die zwar mit den Vokalen in Verbindung stehen, aber trotzdem eigene Laute der deutschen Sprache sind. Umlaute sind ebenfalls eigene Laute, sie gehören aber gleichzeitig zu den Selbstlauten.

Häufige Fragen

Was sind die 5 Vokale?

Die Vokale im Deutschen werden durch die Buchstaben a, e, i, o und u dargestellt. Es handelt sich dabei um Selbstlaute, bei denen der Luftstrom bei der Artikulation kaum oder gar nicht blockiert wird. Auch die Umlaute ä, ö und ü gehören in diese Kategorie.

Wie viele Vokale gibt es?

Im deutschen Alphabet existieren grundsätzlich die fünf Vokale a, e, i, o und u. Aber auch die Umlaute ä, ö und ü gehören zu den Selbstlauten. Zusammen mit den Mitlauten (Konsonanten) bilden sie das Alphabet.

Was ist ein Konsonant und ein Vokal?

Vokale und Konsonanten sind Sprachlaute der deutschen Sprache. Vokale werden auch Selbstlaute genannt, weil sie bei der Aussprache nur einen Laut erzeugen. Bei Konsonanten ist das nicht der Fall, deswegen nennt man sie auch Mitlaute.

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