Nomen

Nomen sind eine Wortart in der deutschen Sprache. Sie werden auch Namenwörter oder Substantive genannt. In diesem Artikel lernst du, wie du Nomen erkennen kannst und wie sie verwendet werden. 

Was sind Nomen

Nomen sind eine von insgesamt zehn verschiedenen Wortarten. Sie sind sehr wichtig für den Sprachgebrauch, weil Objekte, Lebewesen und Eigennamen immer Nomen sind. 

Sie werden oft auch Namenwörter oder Substantive genannt. Zusammen mit der Wortart Verben, tragen sie die zentrale Bedeutung eines Satzes.

Nomen deutsch

Im Deutschen werden Nomen meistens von einem der drei bestimmten Artikel begleitet (der, die, das). Sie gehören zu den flektierbaren Wortarten. Das bedeutet, dass deutsche Nomen oft grammatikalisch angepasst und verändert werden. 

Außerdem werden sie in verschiedene Kategorien eingeteilt und unterschiedlich definiert, weil sie ein großer Teil der Sprache sind. Im Deutschen werden Nomen häufig in Konkreta und Abstrakta und Eigennamen eingeteilt.

Konkreta

Ein konkretes Nomen bezeichnet etwas Gegenständliches. Konkreta sind Objekte und weltliche Gegenstände, die du anfassen und betrachten kannst. Sie sind konkrete, reale Objekte, die du sehen, fühlen, hören oder anders wahrnehmen kannst. 

Beispiele
➡️ Stoffnamen: das Wasser, das Metall, das Holz
➡️ Sammelnamen: das Obst, das Laub, das Geflügel 
➡️ Gattungsnamen: das Tier, die Pflanze, die Frau
➡️ Eigennamen: Hamburg, Russland, Peter

🎓 Merke
Auch Nomen, die Fantasie-Objekte beschreiben, können Konkreta sein. In diesem Fall kannst du den Gegenstand oder das Lebewesen nicht mit deinen Sinnen wahrnehmen, weil es nicht existiert. Würde es aber existieren, dann wäre es ein weltlicher Gegenstand und damit ein konkretes Nomen.

Beispiele
➡️ der Geist
➡️ der Drache
➡️ die Meerjungfrau

Abstrakta

Die Abstrakta sind das Gegenstück zu den Konkreta. Es beschreibt etwas, das du nicht anfassen oder mit deinen Sinnen spüren kannst. Abstrakta sind keine Gegenstände und Objekte und du kannst sie nicht konkret in der realen Welt finden. 

Beispiele
➡️ Eigenschaften: das Alter, die Größe, das Geschlecht
➡️ Gefühle: die Liebe, die Freude, die Trauer
➡️ Maße: die Meter, die Stunden, die Kilos
➡️ Vorgänge und Handlungen: das Erwärmen, das Laufen, die Unterhaltung
➡️ Beziehungen: die Eltern, die Freunde, die Partnerschaft
➡️ Zustände: die Müdigkeit, die Konzentration, die Ruhe
➡️ Gedankliche Konzepte: der Kapitalismus, der Sozialstaat, die Demokratie

Eigennamen

Eigennamen bilden die dritte wichtige Klasse von Nomen. Eigennamen bezeichnen immer eine einzige Sache, Ereignis oder Person. Eigennamen können Namen von Menschen, Tieren, aber auch von bestimmten Orten, Ereignissen, Ländern sein.

Beispiele
➡️ Namen: Hasan Al Saed, Ella Müller, Otto
➡️ Orte: Alexanderplatz, Indischer Ozean, Schiefer Turm von Pisa
➡️ Landschaftsnamen: Mosel, Alpen, Nordsee
➡️ Länder: Japan, Israel, Deutschland, Sudan
➡️ Ereignisse: Tag der Deutschen Wiedervereinigung, Romantik (Epoche), Französische Revolution
➡️ Organisationen und Institutionen: Deutscher Bundestag, Rotes Kreuz, Gasthof alter Krug

Bei mehrteiligen Eigennamen werden alle Worte großgeschrieben, da sie zu dem Namen gehören.

Beispiel
➡️ Im Indischen Ozean gibt es leider viel Plastikmüll.

Nomen erkennen

Nomen erkennst du daran, dass sie groß geschrieben werden und fast immer von einem bestimmten oder unbestimmten Artikel begleitet werden.

Beispiele
➡️ Der Hund spielt mit dem Ball.
➡️ Ein Vogel sitzt auf einem Baum.

Außerdem lassen sich Nomen immer in eine der Kategorien einteilen, die du bereits kennengelernt hast. Sie sind entweder Konkreta, Eigennamen oder Abstrakta.

Beispiele
➡️ Sie trinkt das Wasser aus einem Glas.
➡️ Die Unterhaltung dauerte zwei Stunden.
➡️ Anna will unbedingt den Schiefen Turm von Pisa sehen.

Nomen Deklination

Nomen werden im Deutschen grammatikalisch verändert, damit sie im Sprachgebrauch Sinn ergeben. Dieser Vorgang wird Deklination genannt. Bei der Deklination werden Kasus (Fall), Numerus (Anzahl) und Genus (Geschlecht) eines Nomens angepasst.

🎓 Merke
Neben den Nomen werden auch andere Wortarten dekliniert. Adjektive passen sich zum Beispiel in der Regel an das Nomen, das sie beschreiben, an. Aus diesem Grund können auch Adjektive dekliniert werden.

Kasus

Der Kasus eines Nomens wird auch Fall genannt. Die vier Fälle, die es im Deutschen gibt, sind grammatische Kategorien. Mit den Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ werden die Abhängigkeiten der Wörter untereinander im Satz beschrieben. 

Nominativ

Der Nominativ ist der erste Fall. Er kennzeichnet in einem Satz das Subjekt. Das Subjekt ist das Nomen in einem Satz, dass eine Handlung durchführt. Es gehört zu dem konjugiertem Verb des Satzes.

Der erste Fall beschreibt deswegen auch meistens die Grundform eines Nomens, da der Nominativ das lexikalische Wort nicht verändert. Das lexikalische Wort ist die Version des Wortes, die du in einem Wörterbuch finden kannst. Du kannst den Nominativ eines Satzes mit den Fragen „Wer?“ oder „Was?“ bestimmen.

Beispiele
➡️ Wer spielt mit dem Ball? Antwort: Der Hund spielt mit dem Ball.
➡️ Wer sitzt auf dem Baum? Antwort: Ein Vogel sitzt auf dem Baum.

Genitiv

Der Genitiv ist der zweite Fall. Er kennzeichnet Nomen, die voneinander abhängig sind und beschreibt normalerweise ein Besitzverhältnis zwischen den beiden Wörtern. Außerdem verändern sich im Genitiv das Nomen und sein Artikel. Du kannst den Genitiv mit der Frage „Wessen?” bestimmen.

Beispiele
➡️ Wessen Fell glänzt in der Sonne? Antwort: Das Fell des Hundes glänzt in der Sonne.
➡️ Wessen Blätter sind grün? Antwort: Die Blätter des Baumes sind grün

Dativ

Der Dativ ist der dritte Fall. Auch hier sind zwei Nomen voneinander abhängig. Der Dativ markiert das indirekte Objekt eines Satzes. Das bedeutet, dass er den Empfänger eines Vorgangs oder einer Handlung beschreibt. Er kann mit den Fragen „Wem?” oder „Was?” bestimmt werden. Wie beim Genitiv verändern sich das Nomen und sein Artikel im Dativ.

Beispiele
➡️ Wem streichelt Lisa durch das Fell? Antwort: Lisa streichelt dem Hund durch das Fell.
➡️ Wem gibt Lisa Futter? Antwort: Lisa gibt dem Vogel Futter.

Akkusativ

Der Akkusativ markiert das direkte Objekt in einem Satz. Das direkte Objekt in einem Satz beschreibt das Nomen, mit dem etwas passiert. Dabei handelt es sich um ein Objekt, das genutzt wird oder eine Person, die Teil einer Situation ist, aber nicht selbst handelt. Auch beim Akkusativ sind zwei Nomen voneinander abhängig. Du kannst ihn durch die Fragen „Wen?” oder „Was?” bestimmen. Hier verändern sich die Formen des Nomens und des Artikels ebenfalls.

Beispiele
➡️ Wen ruft Lisa? Antwort: Lisa ruft den Hund.
➡️ Was beobachtet Lisa? Antwort: Lisa beobachtet den Vogel

🎓 Merke
Die Fälle Akkusativ und Dativ werden häufig verwechselt, weil ihre Formen sehr ähnlich sind. Aber sie beschreiben verschiedene Verhältnisse zwischen dem Subjekt und dem Objekt eines Satzes. Im Akkusativ hat das Objekt des Satzes eine direkte Verbindung zum Subjekt. Im Gegensatz dazu ist das Objekt im Dativ der Empfänger einer Handlung oder eines Gegenstandes des Subjekts.

Numerus

Der Numerus eines Nomens beschreibt seine Anzahl. Nomen können in der deutschen Sprache entweder in der Einzahl oder in der Mehrzahl stehen. Die Einzahl ist für die meisten deutschen Wörter die Grundform. Die Mehrzahl eines Wortes verändert seine Form und zeigt eine höhere Anzahl des Nomens an. 

Beispiele
➡️ das Pferd → die Pferde
➡️ der Baum → die Bäume
➡️ der Vogel → die Vögel
➡️ der Hund → die Hunde

🎓 Merke
Im Deutschen gibt es sogenannte Pluralwörter. In einem solchen Fall gibt es von einem Wort keine Einzahl. Diese Wörter haben nur eine Form in der Mehrzahl.

Beispiele
➡️ die Leute
➡️ die Ferien
➡️ die Eltern

Genus

Das Genus beschreibt das grammatische Geschlecht eines Nomens. Im Deutschen gibt es drei Geschlechter: Maskulinum (männlich), Femininum (weiblich) und Neutrum (neutral). Welches Geschlecht ein Nomen hat, ist festgelegt und muss auswendig gelernt werden. Du kannst das Geschlecht eines Nomens erkennen, indem du dir den Artikel anschaust.

Beispiele
➡️ Maskulinum: der Hund
➡️ Femininum: die Schnecke
➡️ Neutrum: das Haus

🎓 Merke
Du kannst das Geschlecht eines Nomens nur in der Einzahl am Artikel erkennen. In der Mehrzahl haben alle Nomen den weiblichen Artikel. Deshalb musst du die Einzahl eines Wortes bilden, um sein Geschlecht zu erfahren. 

Beispiele
➡️ der Hund → die Hunde
➡️ die Schnecke → die Schnecken
➡️ das Haus → die Häuser

Nomen Artikel

Du hast bereits gelernt, dass Nomen im Deutschen meistens von einem Artikel begleitet werden. An dem Artikel kannst du Kasus, Numerus und Genus eines Nomens erkennen, weil sie zusammen mit den Nomen dekliniert werden. Ein Artikel hat keine eigene Bedeutung und kann entweder bestimmt oder unbestimmt sein.

Bestimmte Artikel

Der, die und das sind die drei bestimmten Artikel im Deutschen. Sie erfüllen im Sprachgebrauch verschiedene Aufgaben. In erster Linie zeigen sie die grammatische Form eines Nomens an. Das bedeutet, dass du an dem bestimmten Artikel den Kasus, Numerus und Genus eines Nomens erkennen kannst. Deshalb solltest du beim Vokabellernen auch den dazugehörigen Artikel auswendig lernen.

Darüber hinaus wird der bestimmte Artikel genutzt, um ein Nomen zu beschreiben, das bekannt oder einmalig ist. Du beschreibst mit dem bestimmten Artikel ein bestimmtes Nomen.

Beispiel
➡️ Der Hund meiner Freundin spielt gerne mit dem Ball.

Unbestimmte Artikel

Die unbestimmten Artikel ein und eine verwendest du bei unbestimmten Nomen. Wenn das Nomen, das beschrieben wird, allgemein oder unbekannt ist, dann wird es von einem unbestimmten Artikel begleitet. Unbestimmte Artikel existieren nur in der Einzahl.

Beispiel
➡️ In Lisas Garten sitzt ein Vogel auf dem Baum.

Artikel und Präpositionen

Manchmal folgt der Artikel eines Nomens direkt auf eine Präposition. Häufig verschmelzen in diesem Fall die Präposition, die sich auf das Nomen bezieht, und der entsprechende Artikel miteinander. Dadurch bilden sie ein neues Wort, welches den Sprachgebrauch erleichtert. In der folgenden Tabelle kannst du sehen, welche Präpositionen und Artikel miteinander kombiniert werden können.

PräpositionArtikelKombinationBeispiel
beidembeimIch esse beim Laufen.
andemamWir treffen uns am Strand.
indem, dasim, insIch sitze im Restaurant, Lisa geht ins Café.
zudem, derzum, zurDu gehst zum Spielplatz, Meine Schuhe passen nicht zur Hose.
vondemvomLisa ist vom Pferd gefallen.

Nomen ohne Artikel

Nicht alle Nomen werden von einem Artikel begleitet. Es gibt verschiedene Fälle, in denen du ein Nomen ohne Artikel verwendest.

Unbestimmte Artikel haben keine Mehrzahl. Das bedeutet, dass du ein unbestimmtes Nomen in der Mehrzahl ohne Artikel bildest.

Beispiele
➡️ Lisas Oma probiert verschiedene Brillen aus.
➡️ Ich esse heute Kartoffeln.
➡️ Dein Hund mag keine Katzen.

Eigennamen wie zum Beispiel Länder, Städte, Kontinente und Ortschaften haben normalerweise keine Artikel.

Beispiele
➡️ Lisa lebt in Deutschland.
➡️ Er kommt aus Berlin.
➡️ Europa ist ein kleiner Kontinent.

Berufe und Klassen werden häufig nicht von einem Artikel begleitet. Du benutzt hier allerdings einen bestimmten Artikel, wenn du von einem bestimmten Vertreter dieser Gruppen sprichst.

Beispiele
➡️ Auf der Straße stehen Polizisten.
➡️ Auf der Straße stehen die Polizisten von gestern.

Bei Eigennamen, Anreden und akademischen Titeln verwendest du fast nie einen Artikel.

Beispiele
➡️ Ich gehe zusammen mit Lisa zur Schule.
➡️ Frau Müller ist eine gute Lehrerin.

Abstrakta werden nicht immer mit Artikeln verwendet. Manchmal benötigst du für sie keine bestimmten oder unbestimmten Artikel.

Beispiele
➡️ Liebe ist stärker als Hass.
➡️ Für diese Übung brauchst du Geduld.

Zusammengesetzte Nomen

Im Deutschen gibt es einige zusammengesetze Nomen, die aus zwei oder mehr bereits existierenden Wörtern zusammengesetzt sind. Aus der Kombination dieser Wörter entsteht dann ein neues Nomen. Bei zusammengesetzten Nomen beschreiben die ersten Wörter in der Regel das letzte Wort. Das letzte Wort der Kombination nennt man daher auch den Kopf des zusammengesetzten Nomens. Nach diesem Wort werden Kasus, Numerus und Genus des gesamten Nomens bestimmt. 

Beispiele
➡️ das Wohnzimmer
➡️ die Blumenerde
➡️ der Kleiderschrank

Zusammenfassung

1. Nomen sind eine Wortart. Sie bezeichnen Objekte, Lebewesen und Eigennamen und werden auch Substantive genannt

2. Nomen werden in Abstrakta, Eigennamen und Konkreta unterteilt. Abstrakta beschreiben Gefühle und Zustände. Du kannst abstrakte Nomen nicht in der realen Welt finden, weil sie keine weltlichen Objekte bezeichnen. Konkreta sind weltliche Objekte und Gegenstände. Du kannst sie konkret mit deinen Sinnen wahrnehmen. Eigennamen sind Namen für einzelne Personen, Orte, Ereignisse oder Landschaften.

3. Nomen werden nach Kasus, Numerus und Genus dekliniert. Das bedeutet, dass sich ihre Form im Sprachgebrauch verändert. 

4. Die meisten Nomen werden von einem bestimmten oder unbestimmten Artikel begleitet. Der Artikel kennzeichnet Kasus, Numerus und Genus eines Nomens. Manchmal hat ein Nomen keinen Artikel, oder es wird ohne seinen Begleiter in einem Satz verwendet.

5. Im Deutschen gibt es zusammengesetzte Nomen. Dabei werden zwei oder mehr Wörter mit einem Nomen kombiniert, sodass sie ein neues Wort bilden.

Häufige Fragen

Was sind die Nomen?

Nomen sind eine Wortart. Sie beschreiben Lebewesen, Objekte, Eigennamen und Gefühle. Es gibt verschiedene Arten von Nomen. Sie werden auch Substantive oder Namenwörter genannt.

Was ist Nomen Beispiel?

Ein Nomen bezeichnet ein weltliches Objekt oder einen abstrakten Vorgang. Wörter wie der Baum, die Liebe und die Sprache sind Nomen.

Wie erkenne ich eine Nomen?

Nomen erkennst du an ihrem Artikel. Häufig werden sie von einem bestimmten oder unbestimmten Artikel begleitet. Außerdem werden sie in der deutschen Sprache immer mit einem großen Anfangsbuchstaben geschrieben.

Was ist ein Nomen kurz erklärt?

Nomen sind eine der zehn verschiedenen Wortarten. Sie beschreiben Objekte und Gegenstände, aber auch Gefühle und Zustände. Gemeinsam mit dem Verb bilden Nomen die grundsätzliche Unterscheidung der Wortarten.

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