Vokabeln lernen mit System

Die meisten Menschen haben kein System fürs Vokabeln lernen. Sie lernen nur unregelmäßig und machen deshalb nur wenig Fortschritte. In diesem Artikel lernst du, wie du optimal Vokabeln lernen kannst und welche Methoden dir dabei helfen, einen großen aktiven Wortschatz aufzubauen.

Warum du Vokabeln lernen solltest

Vokabeln lernen klingt für viele Deutschlernenden anstrengend und langweilig, jedoch ist es eine der besten Methoden, um deine Deutschkenntnisse schnell und langfristig zu verbessern. Mit der richtigen Methode kann das Vokabel lernen nicht nur sehr schnell gehen, sondern auch Spaß machen.

Diese Methoden funktionieren unabhängig davon, ob du dein Deutsch für einen Job, für die Uni oder aus privaten Gründen verbessern möchtest. 

Beim Vokabel lernen geht es darum, deinen aktiven Wortschatz zu vergrößern. Das bedeutet, dass du mehr Worte in Gesprächen und Texten erkennst und selber verwenden kannst. Je mehr Wörter du kennst, desto einfacher wird es dir fallen, selbst zu sprechen oder Texte zu schreiben.

Außerdem gibt es sehr viele zusammengesetzte Wörter im Deutschen, sodass du mit einem neuen Wort häufig viele Wortkombinationen bilden kannst. 

Wenn du zum Beispiel weißt, dass das Wort Bank im Deutschen entweder ein Geldinstitut oder eine Sitzgelegenheit bezeichnet, dann werden auch zusammengesetzte Wörter wie Bankgeheimnis, Parkbank, Bankautomat oder Bankkarte für dich mehr Sinn ergeben. 

💡 Tipp
Es ist wichtig, dass du regelmäßig und konzentriert Vokabeln lernst. Wir empfehlen täglich 20 bis 25 Minuten am Stück zu lernen. Diese Lernzeit lässt sich in den Alltag integrieren und du gibst deinem Gehirn genügend Zeit, die neuen Informationen zu verarbeiten.

Wie du dir Vokabeln besser merken kannst

In den folgenden Kapiteln lernst du verschiedene Methoden kennen, mit denen du dir Vokabeln gut merken kannst. Du lernst, welche Vokabeln du lernen solltest, wann und wie oft du lernen solltest und wie du dir schwierige Vokabeln besser merken kannst.

Am wichtigsten dabei ist, dass du herausfindest, welche Methode am besten für dich funktioniert. Wenn du Spaß am Vokabel lernen hast und motiviert bist zu lernen, wirst du schneller und langfristiger lernen. Außerdem solltest du immer darauf achten, neue Vokabeln nicht nur zu kennen, sondern auch zu benutzen. 

Zwei Methoden, die du unbedingt anwenden solltest, sind die Spaced Repetition und die Active Recall Methode.

1. Spaced Repetition Methode
Die Spaced Repetition Methode basiert darauf eine Vokabel regelmäßig in immer größer werdenden Zeitspannen zu lernen. Das heißt, dass du eine neue Vokabel am Anfang beispielsweise zweimal täglich lernst, dann einmal täglich, dann nur noch zweimal pro Woche und so weiter. Mithilfe dieser Methode merkst du dir Vokabeln langfristig. Außerdem spart diese Methode Zeit beim Lernen, da du nicht täglich alle Karten lernen musst.

2. Active Recall Methode
Die Active Recall Methode beruht auf der Erkenntnis, dass du mehr lernst, wenn du dich aktiv versuchst, an Sachen zu erinnern. So lernst du mehr, als wenn du sie dir bloß durchliest. Es ist also effektiver, wenn du eine alleinstehende deutsche Vokabel anschaust und überlegst, was diese bedeutet, als wenn du dir die Übersetzung gleich mit ansiehst, ohne nachzudenken.

Verschiedene Arten Vokabeln zu lernen

Es gibt verschiedene Arten und Möglichkeiten, Vokabeln zu lernen. Welche Methode für dich am besten funktioniert und zu dir passt, hängt auch davon ab, mit welchem Ziel du dein Deutsch verbessern möchtest. 

Wenn du merkst, dass dir wichtige Worte fehlen oder du unsicher bist, wie genau ein Wort geschrieben wird, dann solltest du dir schriftliche Methoden zum Vokabel lernen genauer angucken. Wir empfehlen das Lernen mit Karteikarten, aber der Vollständigkeit halber stellen wir andere Methoden auch vor. 

Schriftliche Methoden zum Vokabel lernen

Es gibt verschiedene Methoden, Vokabeln mit schriftlichen Hilfsmitteln zu lernen. Im Folgenden findest du eine kurze Übersicht mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

1. Vokabeln abdecken

Diese Methode kennst du bestimmt bereits, hierbei deckst du eine Seite einer Vokabelliste ab und versuchst dich an die richtige Übersetzung zu erinnern. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass du sie sehr einfach umsetzen kannst. Nachteile sind jedoch, dass diese Methode nicht sehr effektiv ist. In vielen Fällen wirst du dir die Reihenfolge der Wörter und nicht deren richtige Übersetzung und Verwendungsweise merken. 

2. Vokabel Post-its

Bei dieser Methode schreibst du deine Vokabeln auf Post-it Zetteln, die du anschließend thematisch passend verteilst. So kannst du beispielsweise Vokabeln rund um Lebensmittel in deine Küche hängen. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass du die Vokabeln täglich siehst. Andererseits kannst du nur dann Vokabeln lernen, wenn du in deiner Wohnung bist. Außerdem besteht die Gefahr, dass du dir die Post-its nur ansiehst, weil du ja mit anderen Dingen (beispielsweise kochen) beschäftigt bist und so die Vokabeln nicht wirklich lernst. 

3. Vokabel Karteikarten

Beim Lernen mit Karteikarten schreibst du die Vokabeln auf digitale Karteikarten oder Papier-Karteikarten. Diese Methode ist am effizientesten und deshalb wird sie im nächsten Kapitel detailliert beschrieben.

Vokabel lernen mit Karteikarten

Vokabel lernen mit Karteikarten ist eine bewährte Methode, um neue Wörter schnell und langfristig zu lernen.

Du kennst diese Methode bestimmt noch aus deiner Schulzeit. Beim Vokabel lernen mit Vokabelkarten nimmst du eine kleine Karte und schreibst auf die eine Seite ein Wort, und auf die andere Seite die Übersetzung dieses Wortes. Heutzutage kannst du auch mit digitalen Karteikarten lernen.

💡 Tipp
Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie deuten außerdem darauf hin, dass du dir Sachen besser merken kannst, wenn du sie handschriftlich festgehalten hast. Außerdem kannst du dir Texte, die du in deiner eigenen Handschrift siehst, oft besser merken als Texte, die mithilfe von Maschinen geschrieben wurden.

Wie du am besten mit Karteikarten lernen kannst

Einer der großen Vorteile vom Lernen mit Vokabelkarten ist, dass du sie ganz einfach so sortieren kannst, dass du die vorher vorgestellte Spaced Repetition Methode anwendest.

Außerdem lernst du die Karten automatisch immer in einer anderen Reihenfolge, dadurch lernst du den Inhalt deiner Vokabelkarten und nicht deren Reihenfolge.

Du kannst entweder mit digitalen Karteikarten oder mit Karteikarten aus Papier lernen. Je nachdem, ob du deine Karteikarten in einer Karteikartenbox hast oder nicht, gibt es zwei einfache Methoden, wie du deine Karten sortieren kannst. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.

1. Vokabeln lernen mit digitalen Karteikarten

In diesem Artikel stellen wir dir zwei Apps vor, mit denen du deine eigenen Vokabeln lernen kannst. Diese Apps haben den Vorteil, dass du sie so gestalten kannst, wie sie für dich am besten funktionieren. Außerdem lernst du so nur die Vokabeln, die für dich wichtig sind. 

Der große Vorteil von Apps ist, dass du nur dein Handy brauchst, um Vokabeln zu lernen.

1. Anki

Du kannst Anki entweder als App oder auf dem Browser öffnen. Die App ist kostenlos, außer als iOS App.

Auf Anki kannst du deine eigenen Vokabelkarten erstellen und in unterschiedliche Stapel und Unterstapel einsortieren. Außerdem kannst du in deine Karten Bilder, Audios der richtigen Aussprache, oder Kontexts Sätze einfügen.

💡 Tipp
 In unseren Anki Karteikarten Guide lernst du, wie du mit Anki Karteikarten erstellen kannst.

Dementsprechend kannst du deine Vokabeln thematisch sortieren und für dich optimal gestalten. Du kannst selbst entscheiden, ob du die Antwort selbst eintippen möchtest (um die Schreibweise zu üben), die richtige Antwort wie auf einer klassischen Vokabelkarte siehst, oder einen Lückentext hast, in den du entsprechende Wörter einfügen musst. Das eignet sich beispielsweise, wenn du Deutsche Sprichwörter üben willst.

Anki arbeitet mit der Spaced Repetition und der Active Recall Methode. Wenn du eine Karte lernst, musst du, um die Lösung zu sehen, auf eine der Optionen nochmal, schwer, gut oder einfach wählen. Je nachdem, wie gut du eine Karte schon kannst, errechnet die App, wann du sie wieder lernen solltest, um sie dir langfristig und schnell merken zu können. 

Das heißt, da du nicht jeden Tag alle Karten lernst, sondern nur die, die für dir schwerfallen oder die du schon länger nicht mehr gelernt hast.

Du hast außerdem die Option dir, von anderen Nutzer:innen gestellte Stapel kostenlos herunterzuladen und zu lernen. Dies kannst du auch offline tun.

2. Quizlet

Quizlet ist ebenfalls kostenlos und funktioniert ebenfalls über den Browser oder als App. Jedoch kannst du einige Funktionen wie bestimmte Spiel- oder Testmodi nur mit einer kostenpflichtigen Version benutzen. 

In Quizlet kannst du ebenfalls deine eigenen Vokabelkarten erstellen oder mit von anderen Nutzer:innen erstellten Vokabel Stapeln lernen. Hier hast du ebenfalls die Option Bilder, Audiodateien oder Kontexts Sätze in deine Karten einzubauen. Du kannst dabei ebenfalls entscheiden, ob du die Antwort selbst eintippst oder dir, wie bei Vokabelkarten, die Antwort so ansiehst.

Es gibt zusätzlich die Option, dass dir eine Audiodatei angezeigt wird und du das Wort, das du hörst, aufschreiben musst. Zusätzlich kannst du deinen Fortschritt mit Spielen testen.

Jedoch benutzt Quizlet nicht die Spaced Repetition Methode, sodass dir immer alle Karten gezeigt werden. Das ist natürlich zeitintensiver. Allerdings ist Quizlet interaktiver durch verschiedene Test- und Spielmodi.

2. Vokabeln lernen mit Papier-Karteikarten

Wenn du mit Papier-Karteikarten aus Papier lernst, dann solltest du eine Karteikartenbox nutzen, um die Karteikarten zu sortieren. Wenn du eine Karteikartenbox benutzt, dann solltest du die verschiedenen Fächer sinnvoll nutzen. Wir empfehlen, die Box in vier Fächer aufzuteilen. 

In das Erste, das vorderste Fach, tust du neue Karten und solche, die dir schwerfallen. Dieses erste Fach solltest du täglich oder sogar mehrmals täglich durchlesen. In das zweite Fach stellst du Karten, die du schon etwas besser kannst, dieses Fach solltest du mindestens zweimal pro Woche lernen. 

Das dritte Fach gehst du am besten wöchentlich durch, hierhin stellst du Karten, bei denen du dir relativ sicher bist. In das letzte Fach kommen Karten, die du schon gut kannst, diese solltest du alle zwei Wochen oder jeden Monat durchgehen, um sicherzugehen, dass du keine Vokabeln vergessen hast. 

Auf diese Weise gibst du deinem Gehirn Zeit, die Informationen richtig zu verarbeiten. Außerdem kannst du deine Fortschritte an der Anzahl der Karten in den einzelnen Fächern gut messen, das motiviert und so hast du mehr Spaß am Lernen. 

Welche Vokabeln du lernen solltest

Das Ziel vom Vokabel lernen ist, dass du dein Deutsch verbesserst. Dementsprechend ist es wichtig, dass du Wörter und Sätze lernst, die du häufig benutzt und die im Deutschen oft benutzt werden. Deswegen ist es sinnvoll, einen Grundwortschatz von Wörtern und Sätzen zu lernen, die häufig im Deutschen benutzt werden. Dieser Grundwortschatz sollte ungefähr 2.500 bis 3.000 Wörter betragen. Das hört sich viel an, ist aber mit einem guten Plan ganz einfach zu schaffen.

Wenn du pro Tag nur 20 Minuten konzentriert Vokabeln lernst, dann kannst du bereits in einem halben Jahr diesen Grundwortschatz ganz entspannt erreichen. Du hast diesen Grundwortschatz jedoch schon sehr wahrscheinlich erreicht, da du bereits in der Lage bist diesen Artikel auf Deutsch zu lesen. 

Deswegen kannst du dich jetzt darauf konzentrieren, Wörter und Sätze zu lernen, die für dich persönlich wichtig sind. 

Eine gute Möglichkeit herauszufinden, bei welchen Wörtern du dir unsicher bist, oder bei welchen Themen du Schwierigkeiten hast, sind Selbstgespräche

Wenn du mit dir selbst sprichst, übst du nicht nur die Aussprache von Wörtern, sondern du kannst ganz ohne Stress verschiedene Situationen durchspielen. Du kannst zum Beispiel erzählen, was du gerade machst, was du vorhast oder wie dein Tag war. Außerdem kannst du versuchen, auf Deutsch zu denken oder dich selbst vorzustellen. Dabei solltest du alle Wörter, die du nicht auf Deutsch kennst, sofort auf deine Vokabelliste schreiben.

Wenn du neue Vokabeln erstellst oder vorbereitest, dann achte darauf, dass du immer einen Kontextsatz dazu schreibst. Dadurch weißt du, in welchem Zusammenhang das Wort verwendet wird und auf was du eventuell achten solltest. 

Beispielsweise können bestimmte Verben des Deutschen nur mit einem Nomen verwendet werden, oder haben ansonsten eine andere Bedeutung. 

So hat das Verb bringen normalerweise die Bedeutung jemanden begleiten oder etwas übergeben. Die Redewendung zur Sprache bringen hat jedoch nichts mit der ursprünglichen Bedeutung von bringen zu tun, sondern bedeutet, dass jemand etwas Bestimmtes anspricht.

💡 Tipp
Du findest passende Kontextsätze oft in Wörterbüchern. Der Duden und das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache sind zwei Wörterbücher, die wir für Kontextsätze empfehlen.

Wann du Vokabeln lernen solltest

Du solltest immer ein Ziel vor Augen haben, wenn du Vokabeln lernst. Das hilft dir zum einen, einzuschätzen, wie viel du jeden Tag lernen solltest, und zum anderen ist es sehr motivierend, die eigenen Fortschritte zu sehen. Darüber hinaus solltest du einen Plan für deine täglichen Lerneinheiten haben, um den Lernprozess zu strukturieren.

1. Langzeitplanung
Für eine gute Langzeitplanung musst du wissen, bis wann du bestimmte Vokabeln können solltest. Eine Sprachprüfung, ein Studium auf Deutsch, oder konkrete Reisepläne eignen sich sehr gut als Deadline, welche angibt, bis wann du deine Ziele erreicht haben solltest. 

Du solltest dir auch Lernziele überlegen, wenn du lediglich für dich selber lernst und deine deutschen Freund:innen besser verstehen möchtest.

Der nächste Schritt besteht darin, dir zu überlegen, wie viele Vokabeln du pro Tag lernen kannst. Dabei solltest du unbedingt darauf achten, dass deine Pläne realistisch sind und gut in deinen Alltag passen. 

Am sinnvollsten ist es, täglich kleinere Lerneinheiten zu haben. Du brauchst Pausen, um die Informationen für das Langzeitgedächtnis zu verarbeiten. Achte darauf, dass du deine Lerneinheiten so planst, dass du genug Puffer hast, falls etwas nicht so funktioniert wie geplant. 

2. Planung der täglichen Lerneinheiten
Es ist ratsam, eine Lernroutine für das Vokabel lernen zu erstellen. Du könntest dir beispielsweise jeden Morgen 20 Minuten Zeit nehmen, um deine Vokabeln zu lernen und dich dabei immer mit einem Kaffee oder Tee auf das Sofa setzen. 

So bildest du eine Routine und verknüpfst das Lernen gleich mit etwas Angenehmem. Der Vorteil davon ist, dass du es irgendwann automatisch machst und dich nicht mehr jeden Tag zum Lernen überreden musst. 

Zudem solltest du darauf achten, dass eine Lerneinheit nicht länger als 25 Minuten ist. Alternativ kannst du dir vornehmen jeden Tag eine bestimmte Anzahl von neuen Vokabeln, zum Beispiel 20 Vokabeln, zu lernen. Durch diese überschaubare Zahl ist es einfacher, mit dem Lernen anzufangen und du fängst nicht an zu prokrastinieren. 

Die Pomodoro Technik hat sich beim Lernen bewährt. Dabei stellst du dir einen Timer für 25 Minuten, in denen du dich dann ganz auf deine Aufgabe konzentrierst. Wenn diese 25 Minuten um sind, dann machst du eine kurze Pause von ungefähr fünf Minuten. Nach maximal vier solchen Lerneinheiten solltest du eine größere Pause machen. 

Neben dem reinen Auswendiglernen von Vokabeln solltest du versuchen, in die Sprache einzutauchen. Wenn du die Kultur und die Menschen verstehst, dann bist du stärker motiviert und lernst schneller. 

Wenn du die Möglichkeit dazu hast, dann ist eine Sprachreise eine gute Möglichkeit, Deutschland und dessen Kultur kennenzulernen und dabei nebenbei viele Vokabeln zu lernen. . Ansonsten kannst du aber auch mit deutschen Medien wie Filmen, Büchern und Podcasts in die deutsche Sprache eintauchen.

Wenn du Deutsch zusammen mit anderen Leuten oder mit Freunden lernst, dann könnt ihr zum Beispiel versuchen, nur auf Deutsch miteinander zu reden. So merkst du, welche Vokabeln dir fehlen und du wirst beim Sprechen selbstsicherer.

Wie du Karteikarten erstellen kannst

Du kannst alle möglichen Vokabelarten mit Karteikarten lernen, zudem kannst du diese nach Belieben gestalten und beispielsweise passende Bilder, oder Farb-Codes hinzufügen.

Beim Vokabel lernen mit Karteikarten schreibst du das deutsche Wort auf eine Seite der Karte und die Übersetzung in deine Muttersprache auf die andere. 

Da du die Karten selbst erstellst, kannst du außerdem zusätzliche Informationen wie unregelmäßige Verbformen oder unregelmäßige Pluralbildungen dazuschreiben. 

Beispiel
➡️ Vorderseite: sein (Verb) ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie sind.
➡️ Rückseite: Übersetzung in deine Muttersprache

Außerdem solltest du bei Nomen beispielsweise immer die Pluralform, mögliche Synonyme und den bestimmten und unbestimmten Artikel hinzuschreiben und diese mitlernen. 

Beispiel
➡️ Vorderseite: Der/Ein Stier (Plural: die Stiere) (Synonyme: Bulle/ Ochse) 
➡️ Rückseite: Übersetzung in deiner Muttersprache

Bei vielen Wörtern kannst du die Übersetzung in deine Muttersprache ebenfalls durch ein kleines Bild oder eine Zeichnung ersetzen, zum Beispiel bei den Worten Gewitter, Säge oder Kette. Dadurch stellst du dir die Wörter bildlich vor, was dabei helfen kann, sie schneller auswendig zu lernen.

Eine weitere Option ist es, sich für unterschiedliche Themen oder Wortarten (Nomen, Verben, Präpositionen etc.) verschiedene Farben zu überlegen, sodass du gleich weißt, zu welchem Bereich die Karte gehört.

Natürlich kannst du mit Karteikarten nicht nur Wörter, sondern auch wichtige Sätze oder Sprichwörter lernen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass du dir kleine Aufgaben auf die Karte schreibst. Diese Aufgabe schreibst du dann auf die Vorderseite deiner Karte, auf die Rückseite schreibst du kleine Hilfestellungen, falls du nicht weiterweißt.

Beispiel
➡️ Vorderseite: Was hast du gestern gemacht?
➡️ Rückseite: ich bin um […] Uhr aufgestanden, ich habe [… ] unternommen, dann habe ich […] gemacht, am Abend habe ich […] gelesen/geguckt/gehört, ich hatte einen […] Tag, weil […].

💡 Tipp
Mithilfe dieser Aufgaben kannst du üben, spontan auf häufig gestellte Fragen zu antworten oder etwas zu erzählen. Dabei wirst du merken, bei welchen Themen du Schwierigkeiten hast und welche Worte du dir noch mal angucken solltest.

Neue Vokabeln finden mit deutschen Medien

Wenn du neue Vokabeln kennenlernen möchtest, oder wissen willst, wie bestimmte Vokabeln von deutschen Muttersprachler:innen verwendet werden, dann solltest du diese systematisch sammeln.

Du kannst verschiedene Medien wie Radio, Serien, Lieder und Filme dazu nutzen, um neue Vokabeln zu sammeln. Gleichzeitig bekommst du dadurch ein besseres Gefühl dafür, wie du diese Worte im Alltag verwenden kannst. 

1. Bücher

Wenn du dein Lieblingsbuch auf Deutsch liest, dann kannst du dich ganz auf die deutsche Sprache konzentrieren, da du ja bereits weißt, worum es in dem Buch geht. Außerdem kannst du so gleich neue Wörter zu Themen lernen, die dich interessieren. 

Ansonsten kannst du natürlich auch Bücher, die du noch nicht kennst, auf Deutsch lesen. Wenn dir das zu schwierig erscheinen sollte, kannst du erst mal mit einem Kinderbuch anfangen. Hier sind die Sätze meistens kurz und die Worte einfach. 

2. Filme und Serien

Du kannst ebenfalls einen Film oder eine Serie auf Deutsch schauen. Ein Vorteil dabei ist, dass du nicht nur lernst, in welchem Kontext bestimmte Ausdrücke benutzt werden, sondern auch wie sie richtig ausgesprochen werden. Außerdem hast du die Möglichkeit Untertitel einzuschalten, wenn du Probleme dabei hast, die Handlung zu verstehen. 

💡 Tipp
In den Serien Türkisch für Anfänger, Stromberg oder Weissensee werden relativ einfache Vokabeln benutzt, außerdem behandeln sie verschiedene kulturelle und soziale Themen.

💡 Tipp
Versuche bei Filmen und Serien deutsche Untertitel zu benutzen, und keine in deiner Muttersprache. Das hat den Vorteil, dass du gleich die geschriebene Form von neuen Wörtern kennenlernst. 

3. Nachrichten

Nachrichten auf Deutsch zu lesen oder zu hören, ist eine gute Möglichkeit, neue Wörter kennenzulernen. Außerdem lernst du so gleich, welche Wörter für welche Themen wichtig sind. Zudem achten Nachrichtensprecher:innen darauf, Wörter deutlich auszusprechen.

Viele Nachrichten-Plattformen veröffentlichen ihre Nachrichten auch in einfacher Sprache. Das heißt, dass die Nachrichten einfacher formuliert und die Sätze kürzer sind. Außerdem werden schwierige Wörter oft zusätzlich erklärt. In diesen Fällen kannst du dich entscheiden, ob du die Nachrichten hören oder selber lesen möchtest. 

Über die Nachrichten wird in Deutschland oftmals diskutiert, wenn du die Nachrichten auf Deutsch liest, dann kennst du die wichtigen Vokabeln, um dich an den Diskussionen zu beteiligen.

💡 Tipp
Wir empfehlen, die Nachrichten erst zu lesen, damit du das Thema in Ruhe verstehen kannst. Anschließend kannst du dir die Nachrichten anhören und so gleich die richtige Aussprache lernen.

Hier haben wir dir zwei Nachrichtendienste verlinkt, bei denen du Nachrichten in einfachem Deutsch findest. Natürlich bieten auch viele weitere Nachrichtendienste dies ebenfalls an.

Der Norddeutsche Rundfunk beschäftigt sich mit internationalen Themen, Nachrichten aus Deutschland und aus dem Norden von Deutschland.

Der Saarländische Rundfunk veröffentlicht Nachrichten zu den Themen: Sport, Politik, Kultur und Wirtschaft in einfacher Sprache.

4. Spracheinstellungen im Handy/Laptop

Du kannst zusätzlich deine Spracheinstellung im Handy auf Deutsch ändern. Dadurch kannst du nicht nur viele neue Wörter lernen, sondern du wiederholst diese ganz automatisch dadurch, dass du sie täglich in deinem Handy oder Laptop siehst.

Eine weitere Idee ist es, die Sprache in deinem Navi auf Deutsch umzustellen. Am besten probierst du das erst bei Strecken aus, die du bereits kennst, nach kurzer Zeit wirst du so bereits die wichtigsten Begriffe im Straßenverkehr auf Deutsch kennen. 

Außerdem sind die Anweisungen des Navis oft im Imperativ (der Aufforderungsform) formuliert, damit verbesserst du gleichzeitig dein Wissen über die Grammatik des Deutschen. 

5. Podcasts

Podcasts sind eine gute Möglichkeit Vokabeln zu einem bestimmten Thema zu lernen, da es für jedes Nischenthema einen eigenen Podcast gibt. Darüber hinaus gibt es sehr viele Podcasts mit lockeren Gesprächen, in denen Umgangssprache verwendet wird. Umgangssprachliche Begriffe sind im Alltag sehr praktisch.

Außerdem gibt es viele Podcasts, die speziell für Deutsch Lernende gemacht werden. Sie sind oft in einem einfacheren Deutsch formuliert und es wird langsam gesprochen, sodass sie sich sehr gut für Anfänger:innen eignen.

💡 Tipp
Wenn dich das Thema Podcast hören auf Deutsch interessiert, dann schau dir gerne unseren Artikel über die 18 besten Podcasts zum Deutsch lernen an.

Wie du dir schwere Vokabeln besser merken kannst

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen du dir auch schwierige Vokabeln merken kannst. Falls es Vokabeln gibt, die du dir auch nach vielen Wiederholungen an mehreren Tagen nicht merken kannst, können diese Tipps dir helfen. 

1. Eselsbrücken

Als Eselsbrücken werden Sätze oder Reime bezeichnet, mit denen du dir bestimmte Wörter, Zahlen oder sonstige Informationen besser merken kannst. Dabei geht es darum, die Vokabel gedanklich mit etwas zu verknüpfen. 

Beispiel
➡️ Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich.
Mithilfe dieser Eselsbrücke können sich viele deutsch Lernende merken, wie sie nämlich richtig schreiben. 

Du kannst entweder Reime bilden oder dir eine Geschichte zu dem Wort ausdenken. Am besten funktioniert das, wenn du die Geschichte lustig findest, oder sie dich an etwas erinnert. Ähnlich dazu kannst du dir auch ein Bild oder eine Situation überlegen, in der diese Vokabel eine Rolle spielt. Das funktioniert natürlich am besten mit Vokabeln, die Objekte, Bewegungen oder Emotionen bezeichnen. 

2. Viele Sinne einbeziehen

Eine weitere Methode für schwierige Vokabeln besteht darin, mehr Sinne als nur deine Augen beim Lesen zu benutzen. 

Laut Sprechen
Vokabeln nicht nur zu lesen, sondern laut auszusprechen, kann dir dabei helfen, die Vokabeln schneller zu lernen. Dadurch kannst du gleichzeitig deine Aussprache verbessern und du wirst die Vokabeln schneller erkennen, wenn du sie hörst. 

Du kannst die Vokabeln natürlich auch in einer bestimmten Melodie aufzusagen oder sie auf eine bestimmte Weise singen, um sie dir besser zu merken.

Bewegungen
Wenn du beispielsweise Verben wie rühren, schlagen oder streicheln lernst, dann kannst du die jeweilige Hand- oder Armbewegung nachahmen. Dadurch, dass du mehr Sinne benutzt und aktiv über die Vokabel nachdenkst, verarbeitet dein Gehirn diese besser.

Zusammenfassung

1. Beim Vokabel lernen geht es darum, deinen aktiven Wortschatz zu vergrößern.

2. Um beim Vokabel lernen schnell und langfristig Erfolge zu erzielen, solltest du verschiedene Methoden kombinieren. Am wichtigsten dabei sind die Spaced Repetition und die Active Recall Methode.

3. Nutze Lernmethoden, die dir Spaß machen und zu dir passen. Der Fokus sollte dabei auf Vokabeln liegen, die für dich wichtig sind.

4. Nutze deutsche Medien, um systematisch neue Vokabeln zu sammeln.

5. Überlege dir einen Langzeitplan, um deine Ziele zu erreichen und um deine Fortschritte festzuhalten. Zudem solltest du dir eine tägliche Lernroutine aneignen.

6. Schwierige Vokabeln kannst du dir mithilfe von Eselsbrücken oder anderen gedanklichen Stützen besser merken.

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