Präsens 

Das Präsens ist die Gegenwarts-Zeitform des Deutschen. Du kannst es unter anderem benutzen, um über das Hier und Jetzt, die Zukunft oder Fakten und Zustände zu sprechen. In diesem Artikel lernst du, wie du das Präsens bildest und richtig benutzt. 

Was ist das Präsens?

Im Deutschen zeigen die Verben eines Satzes an, zu welcher Zeit ein Ereignis oder eine Handlung geschehen ist oder geschieht. Dadurch hast du die Möglichkeit, über die Zukunft, Gegenwart oder Vergangenheit zu sprechen. 

Das Präsens ist die Gegenwarts-Zeitform des Deutschen. Du brauchst es immer dann, wenn du darüber sprichst, was gerade jetzt passiert. 

Das Präsens kannst du jedoch auch benutzen, um über die Zukunft, wiederkehrende Ereignisse oder über Fakten und Zustände zu sprechen. Deswegen ist das Präsens die am häufigsten benutzte Zeitform des Deutschen.

Beispiele
➡️ Gegenwart: Sie spielt Tennis.
➡️ Fakt: Paris ist die Hauptstadt von Frankreich.
➡️ Wiederkehrendes Ereignis: Er geht jede Woche ins Kino.

🎓 Merke
Ein anderer Name für Zeitformen ist Tempora. Einzelne Zeitformen wie beispielsweise das Präsens werden auch Tempus genannt.

Präsens – Bildung 

Du bildest das Präsens, indem du eine der Präsens-Endungen an den Verbstamm hängst. Dadurch konjugierst du das Verb für die Zeitform Präsens. Dieses konjugierte Verb stellst du anschließend hinter das Subjekt des Satzes. 

Bildung: Verbstamm + Endung (e, st, t, en, t, en)

Du erhältst den Verbstamm, indem du den Infinitiv eines Verbs nimmst und das -en am Ende entfernst. 

Beispiele
➡️ laufen (Infinitiv) ohne -en = lauf (Verbstamm)
➡️ sprechen (Infinitiv) ohne en = sprech (Verbstamm)

Es hängt vom Subjekt des Satzes ab, welche Endung du brauchst. Eine Liste der Endungen siehst du in der folgenden Tabelle. 

Übersicht Präsens-Endungen

PersonalpronomenEndung Beispiel Verb: schwimmen
Ich-eschwimme
Du-stschwimmst
Er/Sie/Es-tschwimmt
Wir-enschwimmen
Ihr-tschwimmt
Sie-enschwimmen

Jedoch gibt es verschiedene Ausnahmen, die du beachten solltest. 

1. Bei unregelmäßigen Verben
Bei der Konjugation von unregelmäßigen Verben kann sich der Verbstamm oder der Vokal innerhalb dieses Verbstamms ändern. 

1.1. Bei manchen unregelmäßigen Verben ändert sich der Verbstamm, wenn du die Verben für die Du und Er/Sie/Es-Form konjugierst.

Beispiel
➡️ lesen (Infinitiv) ohne -en = les (Verbstamm)
➡️ du lest
➡️ du liest

1.2. Bei einigen unregelmäßigen Verben ändert sich der Vokal innerhalb des Verbstamms. Ein Teil dieser Verben hat einen Verbstamm, der auf t endet. Bei diesen Verben entfällt das t bei der Er/Sie/Es-Form.

Beispiel
➡️ halten (Infinitiv) ohne -en = halt (Verbstamm)
➡️ er hältt
➡️ er hält

💡 Tipp
Am besten lernst du die Präsensformen von den wichtigsten unregelmäßigen Verben auswendig. Welche Verben ihren Verbstamm oder den Vokal des Verbstamms ändern, folgt nämlich keinen Regeln. Eine Übersicht über die wichtigsten unregelmäßigen Verben und ihre Formen findest du in unserem Artikel zum Thema unregelmäßige Verben.

2. Bei Verben, deren Verbstämme auf bestimmte Buchstaben enden.
Der Verbstamm von Verben kann auf verschiedene Buchstaben enden. Da manche Buchstaben Reihenfolgen schwer auszusprechen sind, musst du in manchen Fällen Buchstaben entfernen oder hinzufügen. Dadurch vereinfacht sich die Aussprache der einzelnen konjugierten Verben.

2.1. Verbstamm mit Endung s, ß, x oder z
Wenn der Verbstamm auf s, ß, x oder z endet, dann fällt das s der Du-Form weg. 

Beispiel
➡️ tanzen (Infinitiv) ohne -en = tanz (Verbstamm)
➡️ du tanzst
➡️ du tanzt

2.2. Verbstamm mit Endung ie
Wenn der Verbstamm auf ie endet, dann fällt das e weg und die Präsens-Endung wird direkt an das i gehängt.

Beispiel
➡️ knien (Infinitiv) ohne -n = knie (Verbstamm)
➡️ wir knieen
➡️ wir knien

2.3. Verbstamm mit Endung d oder t
Wenn der Verbstamm auf d oder t endet, dann wird vor die Endungen der Du, Er/Sie/Es und Wir-Form ein zusätzliches e gestellt. 

Beispiel
➡️ reden (Infinitiv) ohne -en = red (Verbstamm)
➡️ du redst
➡️ du redest

3. Bei Verben, deren Infinitive auf bestimmte Buchstaben enden
Auch bei Verben, deren Infinitive auf bestimmte Buchstaben oder Buchstaben Reihenfolgen enden, gibt es Regeln. Diese dienen ebenfalls dazu, die Aussprache zu vereinfachen.

3.1 Infinitiv mit Endung eln oder ern
Wenn der Infinitiv des Verbs auf eln oder ern endet, dann fällt das e am Anfang einer Präsens-Endung weg. 

Beispiel
➡️ wandern (Infinitiv) ohne -n = wand (Verbstamm)
➡️ wir wanderen ❌
➡️ wir wandern

Bei Verben, deren Infinitiv auf eln endet, kann zusätzlich das e aus dem Verbstamm weggelassen werden. 

Beispiel
➡️ lächeln (Infinitiv) ohne -n = lächel (Verbstamm)
➡️ ich lächele
➡️ ich lächle

‼️ Ausnahme
Die Präsensformen des Verbs sein, sind vollkommen unregelmäßig und folgen keiner der vorgestellten Regeln. Sein wird im Präsens wie folgt konjugiert:

➡️ Ich bin
➡️ Du bist
➡️ Er/Sie/Es ist
➡️ Wir sind
➡️ Ihr seid
➡️ Sie sind

Wie du siehst, ändert sich bei der Konjugation von sein der Verbstamm sowie die Vokale innerhalb des Verbstamms. Im Gegensatz zu regelmäßigen Verben werden die eigentlichen Präsens-Endungen nicht an den Verbstamm gehängt. 

Präsens – Verwendung 

Du kannst das Präsens in fünf verschiedenen Situationen benutzen. 

1. Gegenwärtige Ereignisse oder Handlungen
Am häufigsten benutzen Muttersprachler:innen das Präsens, um über das Hier und Jetzt zu sprechen. Beispielsweise, um zu beschreiben, was gerade geschieht. 

Verdeutlichen kannst du das durch Zeitangaben wie jetzt, in diesem Moment, oder gerade jetzt.

Beispiele
➡️ Es fängt an zu regnen.
➡️ Es fängt gerade jetzt an zu regnen.
Im Moment des Sprechens beginnt es zu regnen.

2. Fakten und Zustände in der Gegenwart
Du kannst das Präsens auch benutzen, um über Fakten und Zustände in der Gegenwart zu sprechen.

Beispiele
➡️ Rauchen ist ungesund. 
➡️ Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland.

3. Sich wiederholende Ereignisse und Handlungen
Du kannst das Präsens benutzen, um über Ereignisse oder Handlungen zu sprechen, die mehrmals stattfinden oder sich wiederholen.

Beispiele
➡️ Ich fahre jeden Sommer nach Italien.
Die sprechende Person war bereits in vergangenen Sommern in Italien und wird auch in der Zukunft jeden Sommer nach Italien fahren. 

➡️ Du gehst jeden Morgen joggen.
Die Handlung (joggen gehen) wiederholt sich täglich. 

4. Für lang anhaltende Ereignisse und Handlungen
Du kannst das Präsens auch benutzen, wenn ein Ereignis oder eine Handlung in der Vergangenheit begann und immer noch andauert. 

Beispiele
➡️ Anna liebt Jonas, seitdem sie ihn das erste Mal gesehen hat. 
Anna hat in der Vergangenheit angefangen, Jonas zu lieben und auch zu dem Zeitpunkt des Sprechens liebt sie ihn noch.

➡️ Wir kennen uns seit dem Kindergarten.
Die sprechende Person hat jemanden in der Vergangenheit kennengelernt und kennt diese Person immer noch.

5. Ereignisse und Handlungen in der Zukunft
Du kannst das Präsens auch benutzen, um über die Zukunft zu sprechen. In diesen Fällen musst du das Präsens immer zusammen mit einer Zeitangabe benutzen. Diese Zeitangabe muss deutlich machen, dass die Handlung oder das Ereignis noch nicht passiert ist.

Zeitangaben, die die Zukunft ausdrücken, sind zum Beispiel: im Februar, morgen, nächstes Jahr oder in drei Wochen.

Beispiele
➡️ Im Mai fahren wir mit dem Fahrrad bis nach Paris. 
Die Fahrradtour wird erst in der Zukunft stattfinden.

➡️ Oma backt nächsten Sonntag ihren berühmten Apfelkuchen.
Der Kuchen wurde noch nicht gebacken.

Zusammenfassung 

1. Das Präsens ist eine der sechs Zeitformen des Deutschen. 

2. Du bildest das Präsens, indem du eine der sieben Präsens-Endungen (e, st, t, en, t, en) an den Verbstamm deines Verbs hängst. 

3. Das Präsens kann in fünf verschiedenen Situationen benutzt werden:
1. Gegenwärtige Ereignisse oder Handlungen (z. B. Die Sonne scheint
2. Fakten oder Zustände in der Gegenwart (z. B. Sport ist gesund
3. Sich wiederholende Ereignisse oder Handlungen (z. B. Jeden Morgen übe ich Vokabeln) 
4. lang anhaltende Ereignisse oder Handlungen (z. B. Seitdem er ein Kind ist, liebt er Pfannkuchen)
5. Zukünftige Ereignisse oder Handlungen (z. B. In einem Jahr reise ich nach Norwegen)

Häufige Fragen

Was ist das Präsens Beispiele?

Das Präsens ist die Gegenwartsform des Deutschen. Beispiele für das Präsens sind: „Ella hat zwei kleine Katzen.“, oder „Ihre Familie lebt in einem wunderschönen Haus.“

Was für eine Zeitform ist Präsens?

Das Präsens ist die Gegenwartsform des Deutschen. Das heißt, dass du es benutzt, um über das zu sprechen, was gerade passiert. 

Was ist ein Präsens einfach erklärt?

Das Präsens wird benutzt, um über das zu sprechen, was gerade in diesem Moment passiert. Du bildest es, indem du bestimmte Endungen (e, st, t, en, t, en) an den Verbstamm hängt. Beispiele für das Präsens sind: „Wir reden die ganze Nacht.“, oder „Ich höre gerade mein Lieblingslied.“

Wie bildet man Sätze im Präsens?

Sätze im Präsens bildest du, indem du die Endungen (e, st, t, en, t, en) an den Verbstamm hängst. Welche Endung du brauchst, hängt von dem Subjekt deines Satzes ab. 

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